Berufsunfähigkeitsversicherung SINNVOLL? | kurz & einfach erklärt

In Deutschland gibt es 1,8 Millionen Erwerbsminderungsrentner und diese erhalten im Durchschnitt 716 Euro. Ich bin der Mike und in diesem Video geht es um die Frage, was passiert, wenn du nicht mehr arbeiten kannst, woher du dein Geld erhältst und was du tun kannst, wenn dir das Geld persönlich nicht ausreicht. Ich möchte das Thema nicht unnötig kompliziert darstellen und es daher kurz und einfach erklären. Ich lasse deshalb bewusst Dinge weg und erzähle nur das Nötigste aus meiner Erfahrung heraus. Fangen wir an. Hier (vertikale Achse) geht es um dein Geld, und hier (horizontale Achse) um die Zeit. Angenommen, du hättest heute nicht gearbeitet, weil gestern etwas passiert wäre. Woher bekommst du dann weiterhin dein Geld? Als erstes gibt es eine sogenannte Lohnverzahlung von deinem Arbeitgeber. Dieser zahlt dir 100% deines Geldes für sechs Wochen. Das ist schon mal super. Danach kommt die gesetzliche Krankenkasse ins Spiel. Diese zahlt aber nicht mehr 100%; hier gibt es einen gewissen Abschlag, abhängig von deinem Einkommen können das schon mal 300-400 Euro monatlich sein. Diese Lücke könntest du mit deinem Krankentagegeld schließen, doch das ist nicht das heutige Thema. Wir betrachten heute den Fall, wenn du längerfristig krank bist. Die Krankenkasse zahlt bis zur 78. Woche. Danach kannst du beim Rententräger einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen. Die erste Stufe ist eine sogenannte halbe Erwerbsminderungsrente. Das heißt, du bekommst hier Geld gezahlt, wenn du täglich nicht mehr drei bis sechs Stunden irgendeinen Job machen könntest. Es ist dabei vollkommen welcher Job; er muss nichts mit deiner Ausbildung oder deiner jetzigen Tätigkeit zu tun haben. Wenn du das nicht mehr machen kannst, bekommst du im Durchschnitt circa 350 Euro im Monat gezahlt. Genaueres steht auf deinem Rentenbescheid. Wenn das nicht mehr geht, gibt es eine volle Erwerbsminderungsrente. Diese bekommst du, wenn täglich nicht mehr drei Stunden irgendeinen Job ausüben könntest. Auch hier ist es wieder vollkommen egal, welcher Job. Die volle Erwerbsminderungsrente sind circa 700 Euro im Monat, aber, wie gesagt, steht Genaueres auf deinem Rentenbescheid. Die Hälfte der Anträge, die beim Rententräger gestellt werden, werden ablehnt. Denn sie sagen, dass man diesen und jenen Job machen soll. Das bedeutet, dass es zu der Ursache, die vorliegt und weshalb du dein Geld beantragst, kommt noch mehr Stress hinzu, in dem du in Widerruf gehst oder gar vor Gericht ziehen musst. Die Ursache dafür, dass jemand dieses Geld beantragen muss, sind zu 40% die Psyche, gefolgt vom Bewegungsapparat oder eine schwere Krankheit. Studenten und Berufsstarter haben gar keinen Anspruch auf dieses Geld, denn man muss mindestens fünf Jahre in das Sozialsystem eingezahlt haben, um Anspruch auf diese Leistungen zu haben. Wenn dir dieses Geld persönlich nicht zum Leben ausreicht, solltest du die Absicherung selbst in die Hand nehmen mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Hier hört man häufig: „Die zahlen doch eh nicht.“. Hierzu gibt es eine interessante Statistik vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft: 77% der Leistungsanträge, das heißt, jemand benötigt das Geld, weil er berufsunfähig ist, werden ausgezahlt. Die durchschnittliche Rentenhöhe beträgt sogar 1000 Euro. Berufsunfähigkeit bedeutet, dass zu zu 50% deinen zuletzt ausgeführten Beruf, voraussichtlich ein halbes Jahr lang, nicht mehr machen kannst. Schau zunächst, wie viel Geld du im Monat benötigst und welche Ein- und Ausgaben du hast. Stelle dir die Frage, wie viel Geld du benötigst, um deinen Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Häufig kommt man dabei auf einen Betrag von 80% des Netto-Einkommens. Niedrige Berufsunfähigkeitsversicherungsrenten mit ein paar hundert Euro würde ich niemals empfehlen, weil sich das schlichtweg nicht lohnt, da man einen Mindestanspruch auf Harzt IV hat und das wird an deiner Rente angerechnet. Das heißt, niedrige Berufsunfähigkeitsversicherungen machen einfach keinen Sinn. Achte des Weiteren auf die Laufzeit deines Vertrages. Die Laufzeit sollte natürlich am besten bis zum Rentenbeginn andauern, das heißt bis 67 oder, im Einzelfall auch, je nach dem, wie man privat vorsorgt, könnte sich 65 vielleicht finanziell mehr lohnen, da die letzten Jahre unheimlich viel vom Beitrag kosten. Aber das ist individuell. Was sich hier wiederum nicht lohnt, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die nur bis zum 55. oder 60. Lebensjahr geht. Das sehe ich auch sehr häufig. Als nächstes betrachten wir ein paar Leistungsmerkmale. Achte darauf, dass der Prognosezeitraum auf sechs Monate verkürzt ist. Es gibt Bedingungswerke, da ist dieser Prognosezeitraum auf 24 Monate gestreckt. Das ist natürlich unheimlich schwierig für den Arzt, der ich berufsunfähig stellt, abzuschätzen, wie lange du berufsunfähig bist. Je kürzer der Zeitraum, umso besser für dich. Des Weiteren ist das Thema Nachversicherungsgarantie ganz wichtig. Solltest du zum Beispiel als Berufsstarter erstmal nur 1000 Euro absichern und später, nach deiner Lehre, viel mehr Geld verdienen, hast du natürlich eine Lücke zwischen den Einnahmen und Ausgaben oder zwischen deinem Lebensstandard. Mit der Nachversicherungsgarantie kannst du hier bei Gehaltssprung, bei Geburt oder Adoption eines Kindes oder bei Heirat die Versicherungssumme ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen. Zudem ist auch eine Arbeitsunfähigkeitsklausel sehr wichtig, das bedeutet du bist länger krankgeschrieben, dann zählst du als berufsunfähig. Das Thema rückwirkende Leistungen ist ebenfalls sehr wichtig. Letztendlich wird ein gewisser Zeitraum vergeben, bis du berufsunfähig gestellt wirst. Hier ist es wichtig, dass du das Geld rückwirkend zu dem Tag, an dem es passiert ist, bekommst. Meine Tipps: Ich empfehle dir, immer anonyme Voranfragen in diesem Bereich. Das heißt, wenn dich das Thema interessiert, schau dir deinen gesundheitlichen Lebenslauf an. Die meisten Versicherer fragen die letzten fünf Jahre ambulant und die letzten zehn Jahre stationär. Schau dir alle Behandlungen an, die du in diesem Zeitraum hattest, arbeite diese auf und stelle dann bei einer Vielzahl von Gesellschaften, die in deinem Berufszweig gut sind, anonyme Voranfragen und lasse dir ein Votum geben. Das Votum kann so aussehen, dass du ganz normal versichert wirst, was natürlich der beste Fall wäre, dass du mit einem kleinen Risikozuschlag versichert wirst oder dass es Ausschlüsse gibt. Hier kann es zwischen den Gesellschaften große Unterschiede geben. Ich habe es erlebt, dass es Ausschlüsse und Zuschläge gab und gleichzeitig eine andere Gesellschaft, die es so angenommen hat. Die anonymen Voranfragen würde ich dir also auf jeden Fall empfehlen. Ganz wichtig: anonym, nicht gleich Anträge stellen, denn das gibt immer nur weitere Probleme. Zudem empfehle ich dir niemals BU, das Risiko, und Sparen miteinander zu trennen (? #00:07:04#). In einem Vertrag kostet das erstmal mehr Geld, meistens kosten diese Verträge weit über 100 Euro, und du bist einfach finanziell nicht flexibel. Solltest du vor einer finanziellen Herausforderung stehen und du kannst diesen Beitrag nicht mehr bezahlen, dann bist du automatisch nicht versichert. Ich empfehle dir immer, Risiko und Sparen voneinander zu trennen. Denn da kannst du mal das Sparen aussetzen, kriegst vielleicht weniger Leistung, aber bist dennoch versichert. Warum machen das Leute? Häufig ist das natürlich ein verkäuferischer Trick, in dem Verkäufer sagt: „Wenn nichts passiert, bekommst du am Ende Geld raus.“ Und es soll ja auch nichts passieren. Aber man ist da finanziell überhaupt nicht flexibel und deswegen würde ich dir so etwas nicht empfehlen. Ich hoffe, dass du jetzt einen guten Eindruck zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten und weißt, was du jetzt als nächstes tun könntest.

Mike Hofmann ist deutschlandweit unabhängiger Versicherungsmakler. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht die Versicherungsbranche zu revolutionieren - Weg von der angstbehafteten Beratung, hin zu einer Beratung, die seinen Kunden wirklich einen Mehrwert bietet.

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