Datum: 31. Oktober 2019

Pünktlich zum Jahresende können Sie als Mitglieder einer privaten Krankenversicherung damit rechnen, Post von Ihrem Versicherer zu erhalten. Die Beiträge für das kommende Jahr werden angekündigt – und meist sind die im Vergleich zum aktuellen Beitragsniveau um einiges höher. Nun ist guter Rat teuer: Bleiben und die Beitragsanpassung hinnehmen oder einen anderen Krankenversicherer suchen? Diese Entscheidung will gut überlegt sein, denn es gibt durchaus Alternativen. Hier die wichtigsten Informationen im Überblick.

Warum gibt es Beitragsanpassungen?

Versicherungsgesellschaften nutzen diese Möglichkeit, um die Veränderungen einzupreisen, die seit der Vertragsunterzeichnung unvorhergesehen und schwer kalkulierbar auf sie zugekommen sind. Das können höhere Leistungsausgaben als erwartet sein, aber auch Ereignisse im Umfeld, wie beispielsweise die schon seit Jahren anhaltende Niedrigzinsphase. Diese lässt die Zinseinnahmen, mit denen die Versicherer ihre Einnahmesituation sonst verbessern konnten, drastisch schrumpfen. Allerdings schlagen naturgemäß die steigenden Gesundheitskosten zu Buche. Neue Therapien und Medikamente zeitigen nämlich nicht nur größere Erfolge in der Behandlung von Krankheiten, sondern verursachen auch höhere Kosten.

Allerdings können die Versicherungsgesellschaften nicht willkürlich vorgehen: Die Aktuare und Versicherungsmathematiker müssen sich an die rechtlichen Rahmenbedingungen halten, die einerseits vom Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG), andererseits von der Kalkulationsverordnung (KalV) und dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG) gesetzt werden. Die neuen Kalkulationen werden von unabhängigen Treuhändern ebenso akribisch überprüft wie sämtliche auslösende Faktoren und die Einhaltung des Rechtsrahmens. Dieser sieht beispielsweise vor, dass die tatsächlichen Kosten um mehr als zehn Prozent über den ursprünglich eingeplanten Kosten liegen müssen.

Wie hoch ist die Anpassung in der gesetzlichen KV?

Vor allem die private Krankenversicherung sieht sich seit Jahren der Kritik ausgesetzt, dass die Beiträge in einem überdurchschnittlichen Maße steigen würden. Die harten durchschnittlichen Zahlen sehen jedoch anders aus:

  • PKV – Beitragsanpassung von 2010 bis 2016 – 1,4% pro Jahr

Zum Vergleich:

  • GKV – Beitragsanpassung von 2010 bis 2016 – 3,2% pro Jahr

(Quelle: Vortrag Hagen Engelmann)

Natürlich weichen einzelne Anbieter nach oben oder unten ab, aber allein diese Auswertung zeigt, dass privat Krankenversicherte durchaus gut bedient sind. Angesichts der allgemein steigenden Preise und Löhne für die Beschäftigten im Gesundheitswesen liegt es geradezu auf der Hand, dass sich auch die Kosten für die Krankenversicherung verändern.

Welche Lösungen gibt es bei einer Beitragsanpassung?

Sehen Sie sich nun mit einer erheblichen Beitragserhöhung konfrontiert, sollten Sie nicht gleich nach einem anderen Anbieter Ausschau halten. Der Grund: Sie haben das Recht, von Ihrem Krankenversicherer einen anderen Tarif angeboten zu bekommen – und das ohne erneute Gesundheitsprüfung und unter Anrechnung Ihrer bisherigen Versicherungszeit. Das hat den Vorteil, dass die Beiträge nicht mit einem höheren Eintrittsalter kalkuliert werden, was von vornherein ungünstiger für Sie ist. Ihre Krankenversicherung sendet Ihnen verschiedene Varianten zu, die einen gleichwertigen Versicherungsumfang bieten müssen. Sollten Sie Leistungsverbesserungen wünschen, darf der Versicherer das Risiko prüfen – also auch Gesundheitsfragen stellen.

Eine weitere Alternative wäre die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung. Im Leistungsfall würde die Erstattung Ihrer Krankheitskosten um diesen Selbstbehalt gekürzt. Das kann sinnvoll sein, sollte aber genau überlegt werden. Sollten diese Versuche nicht fruchten oder sind Sie generell unzufrieden mit Ihrer Krankenversicherung, dann können Sie auch einen Wechsel ins Auge fassen. In diesem Fall können Sie sogar die im jeweiligen Tarif bisher gebildeten Altersrückstellungen mitnehmen und dem neuen Vertrag gutschreiben lassen.

Fazit: Überlegt vorgehen und private Krankenversicherung optimieren

Beitragsanpassung in der Krankenversicherung sind normal – und zwar sowohl in der gesetzlichen als auch in der privaten Krankenversicherung. Hier spielen verschiedene Faktoren ihre Rollen, allen voran treiben die steigenden Gesundheitskosten die Versicherungsbeiträge nach oben. Doch Sie müssen drastische Erhöhungen nicht hinnehmen. Gehen Sie bitte in dieser Reihenfolge vor:

  1. Fordern Sie einen Alternativ-Tarif von Ihrem Krankenversicherer an –
    dieses Recht steht Ihnen nach § 104 VVG zu.
  2. Alternativ können Sie auch einen Selbstbehalt vereinbaren. Das spart zwar Beiträge, aber Sie erhalten Erstattungen entsprechend gekürzt.
  3. Gerne unterbreiten wir Ihnen Vorschläge von anderen Versicherern, Ihre Altersrückstellung können Sie abhängig vom Tarif auf den neuen Tarif übertragen lassen.

Fordern Sie bei Bedarf einfach unsere Expertise an – wir stehen Ihnen 100 % kostenfrei mit Rat und Tat zur Seite.

Mike Hofmann ist deutschlandweit unabhängiger Versicherungsmakler. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht die Versicherungsbranche zu revolutionieren - Weg von der angstbehafteten Beratung, hin zu einer Beratung, die seinen Kunden wirklich einen Mehrwert bietet.

Teilen Sie diesen Beitrag mit Bekannten und Freunden!

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.