Blogartikel für Berufsstarter, Auszubildende und Studenten

Datum: 31. Oktober 2019

Pünktlich zum Jahresende können Sie als Mitglieder einer privaten Krankenversicherung damit rechnen, Post von Ihrem Versicherer zu erhalten. Die Beiträge für das kommende Jahr werden angekündigt – und meist sind die im Vergleich zum aktuellen Beitragsniveau um einiges höher. Nun ist guter Rat teuer: Bleiben und die Beitragsanpassung hinnehmen oder einen anderen Krankenversicherer suchen? Diese Entscheidung will gut überlegt sein, denn es gibt durchaus Alternativen. Hier die wichtigsten Informationen im Überblick.

Warum gibt es Beitragsanpassungen?

Versicherungsgesellschaften nutzen diese Möglichkeit, um die Veränderungen einzupreisen, die seit der Vertragsunterzeichnung unvorhergesehen und schwer kalkulierbar auf sie zugekommen sind. Das können höhere Leistungsausgaben als erwartet sein, aber auch Ereignisse im Umfeld, wie beispielsweise die schon seit Jahren anhaltende Niedrigzinsphase. Diese lässt die Zinseinnahmen, mit denen die Versicherer ihre Einnahmesituation sonst verbessern konnten, drastisch schrumpfen. Allerdings schlagen naturgemäß die steigenden Gesundheitskosten zu Buche. Neue Therapien und Medikamente zeitigen nämlich nicht nur größere Erfolge in der Behandlung von Krankheiten, sondern verursachen auch höhere Kosten.

Allerdings können die Versicherungsgesellschaften nicht willkürlich vorgehen: Die Aktuare und Versicherungsmathematiker müssen sich an die rechtlichen Rahmenbedingungen halten, die einerseits vom Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG), andererseits von der Kalkulationsverordnung (KalV) und dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG) gesetzt werden. Die neuen Kalkulationen werden von unabhängigen Treuhändern ebenso akribisch überprüft wie sämtliche auslösende Faktoren und die Einhaltung des Rechtsrahmens. Dieser sieht beispielsweise vor, dass die tatsächlichen Kosten um mehr als zehn Prozent über den ursprünglich eingeplanten Kosten liegen müssen.

Wie hoch ist die Anpassung in der gesetzlichen KV?

Vor allem die private Krankenversicherung sieht sich seit Jahren der Kritik ausgesetzt, dass die Beiträge in einem überdurchschnittlichen Maße steigen würden. Die harten durchschnittlichen Zahlen sehen jedoch anders aus:

  • PKV – Beitragsanpassung von 2010 bis 2016 – 1,4% pro Jahr

Zum Vergleich:

  • GKV – Beitragsanpassung von 2010 bis 2016 – 3,2% pro Jahr

(Quelle: Vortrag Hagen Engelmann)

Natürlich weichen einzelne Anbieter nach oben oder unten ab, aber allein diese Auswertung zeigt, dass privat Krankenversicherte durchaus gut bedient sind. Angesichts der allgemein steigenden Preise und Löhne für die Beschäftigten im Gesundheitswesen liegt es geradezu auf der Hand, dass sich auch die Kosten für die Krankenversicherung verändern.

Welche Lösungen gibt es bei einer Beitragsanpassung?

Sehen Sie sich nun mit einer erheblichen Beitragserhöhung konfrontiert, sollten Sie nicht gleich nach einem anderen Anbieter Ausschau halten. Der Grund: Sie haben das Recht, von Ihrem Krankenversicherer einen anderen Tarif angeboten zu bekommen – und das ohne erneute Gesundheitsprüfung und unter Anrechnung Ihrer bisherigen Versicherungszeit. Das hat den Vorteil, dass die Beiträge nicht mit einem höheren Eintrittsalter kalkuliert werden, was von vornherein ungünstiger für Sie ist. Ihre Krankenversicherung sendet Ihnen verschiedene Varianten zu, die einen gleichwertigen Versicherungsumfang bieten müssen. Sollten Sie Leistungsverbesserungen wünschen, darf der Versicherer das Risiko prüfen – also auch Gesundheitsfragen stellen.

Eine weitere Alternative wäre die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung. Im Leistungsfall würde die Erstattung Ihrer Krankheitskosten um diesen Selbstbehalt gekürzt. Das kann sinnvoll sein, sollte aber genau überlegt werden. Sollten diese Versuche nicht fruchten oder sind Sie generell unzufrieden mit Ihrer Krankenversicherung, dann können Sie auch einen Wechsel ins Auge fassen. In diesem Fall können Sie sogar die im jeweiligen Tarif bisher gebildeten Altersrückstellungen mitnehmen und dem neuen Vertrag gutschreiben lassen.

Fazit: Überlegt vorgehen und private Krankenversicherung optimieren

Beitragsanpassung in der Krankenversicherung sind normal – und zwar sowohl in der gesetzlichen als auch in der privaten Krankenversicherung. Hier spielen verschiedene Faktoren ihre Rollen, allen voran treiben die steigenden Gesundheitskosten die Versicherungsbeiträge nach oben. Doch Sie müssen drastische Erhöhungen nicht hinnehmen. Gehen Sie bitte in dieser Reihenfolge vor:

  1. Fordern Sie einen Alternativ-Tarif von Ihrem Krankenversicherer an –
    dieses Recht steht Ihnen nach § 104 VVG zu.
  2. Alternativ können Sie auch einen Selbstbehalt vereinbaren. Das spart zwar Beiträge, aber Sie erhalten Erstattungen entsprechend gekürzt.
  3. Gerne unterbreiten wir Ihnen Vorschläge von anderen Versicherern, Ihre Altersrückstellung können Sie abhängig vom Tarif auf den neuen Tarif übertragen lassen.

Fordern Sie bei Bedarf einfach unsere Expertise an – wir stehen Ihnen 100 % kostenfrei mit Rat und Tat zur Seite.

Mike Hofmann ist deutschlandweit unabhängiger Versicherungsmakler. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht die Versicherungsbranche zu revolutionieren - Weg von der angstbehafteten Beratung, hin zu einer Beratung, die seinen Kunden wirklich einen Mehrwert bietet.

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Datum: 29. Oktober 2019

Das Thema Vorerkrankungen spielt bei Personenversicherungen mehr oder weniger die Hauptrolle: Aufgrund der gesundheitlichen Vorgeschichte können die Kranken-, Lebens- und vor allem auch BU-Versicherer entscheiden, ob und zu welchen Konditionen sie einen Versicherungsantrag annehmen möchten. Aber insbesondere für den Leistungsfall sind die Angaben entscheidend. In der Regel beziehen sich die Gesundheitsfragen im ambulanten Bereich auf die letzten fünf Jahre, für den stationären Bereich jedoch schon auf zehn Jahre. Umso wichtiger ist es, sich ausführlich mit der Herangehensweise der Versicherer zu befassen und daraus die entscheidenden Rückschlüsse für das eigene Vorgehen zu ziehen. Hier alle Fakten im Überblick.

Warum stellt der Versicherer diese Gesundheitsfragen?

Die Risikobewertung in Form von Gesundheitsfragen ist eines der Grundprinzipien der Versicherung: Hier zahlen viele in eine Kasse ein, um in einem definierten Ernstfall daraus eine vereinbarte Leistung zu erhalten. Nun sind die Voraussetzungen der Einzahler aber unterschiedlich. Einer ist bereits älter und ihn plagen bereits einige gesundheitliche Probleme, ein anderer ist vielleicht noch jung und fit. In puncto Berufsunfähigkeit ergeben sich daraus unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten eines Leistungsfalls: So ist es im Vergleich deutlich wahrscheinlicher, dass der ältere Einzahler in absehbarer Zeit Leistungen beanspruchen wird. Um hier einen Ausgleich zu schaffen, muss der Ältere einen höheren Beitrag zahlen. Im Ernstfall, wenn seine gesundheitlichen Probleme bereits zu groß sind, muss er mit Risikozuschlägen rechnen oder der Antrag wird komplett abgelehnt.

Diese Annahmepolitik dient einerseits der Versichertengemeinschaft: Übersteigen nämlich die Kosten, die durch Leistungsfälle verursacht werden, den dafür vorgesehenen Anteil der Beitragseinnahmen, müssen die Beiträge erhöht werden. Andererseits schützen die Versicherer natürlich auch ihre eigenen Interessen, denn als privatwirtschaftliches Unternehmen sind sie naturgemäß an Gewinnen interessiert.

Welche Konsequenzen drohen bei falschen Angaben?

Sie könnten nun auf die Idee kommen, bei den Gesundheitsfragen einiges weglassen oder die Situation etwas beschönigen zu wollen – davor sei jedoch ausdrücklich gewarnt: Ihnen drohen in diesem Fall empfindliche Sanktionen.

Beispiel
Leiden Sie beispielsweise an einer chronischen Erkrankung, die jedoch nur in größeren Abständen auftritt, könnten Sie Gefahr laufen, die Frage nach einer ambulanten Behandlung zu verneinen – weil sie es vergessen haben oder Ihnen die Angelegenheit nicht relevant erscheint. Nach Vertragsabschluss kommt es zu einem erneuten Ausbruch und Sie beantragen Leistungen. Der Versicherer prüft und stellt dabei fest, dass Sie bereits mehrfach deswegen in Behandlung waren. Im Extremfall kann er nun vom Vertrag komplett zurücktreten – Sie hätten also gar keinen Versicherungsschutz mehr und würden diesen auch kaum noch bei einem anderen Versicherer erhalten. Denn: Zu Ihren Obliegenheiten gehört die sogenannte vorvertragliche Anzeigepflicht: Alle relevanten Gesundheitsfragen sind korrekt und vollständig zu beantworten, um dem Versicherer eine faire Chance zur Risikobeurteilung und Beitragskalkulation zu geben.

Wo bekomme ich meinen gesundheitlichen Lebenslauf her?

Das ist naturgemäß nicht so einfach – wer schreibt sich schon alle Arztbesuche auf? Und doch ist es unerlässlich. Sollten Sie sich nicht sicher sein, konsultieren Sie am besten Ihren Hausarzt, der im Zweifelsfall auch Auskunft zu ausgestellten Überweisungen, Rezepten und angeratenen Behandlungen geben kann.

Wie finden wir den passenden Versicherungsschutz?

Sobald Sie alle Informationen zusammengetragen haben, können Sie die Gesundheitsfragen detailliert – vor allem vollständig und korrekt – beantworten. An dieser Stelle kommen wir ins Spiel, denn sich direkt an eine Versicherungsgesellschaft zu wenden, birgt einige Risiken: Werden Sie dort wegen eventueller Vorerkrankungen abgelehnt, müssten Sie das beim nächsten Versicherer erwähnen – und das hat Konsequenzen. Deswegen haben wir einen eigenen Prozess entwickelt, der Ihre Interessen bestmöglich wahrt:

  • Wir legen zunächst die passende Höhe für eine BU-Rente fest. Die sollte rund 80 Prozent Ihres derzeitigen Netto-Verdienstes betragen.
  • Ebenso wichtig ist die Laufzeit, denn der Versicherungsschutz sollte erst enden, wenn Sie in die Altersrente eintreten. Hier gibt es Unterschiede in Abhängigkeit vom Geburtsjahr – wir geben Ihnen dazu gerne Auskunft.
  • Dann konsultieren wir ein unabhängiges Vergleichsprogramm, sodass wir aus der großen Anzahl an Versicherungsgesellschaften und vor allem Tarifen die für Sie in Frage kommenden auf einer fundierten Grundlage auswählen können.
  • Wir versenden daraufhin aber keinesfalls komplette Versicherungsanträge, sondern stellen anonyme Risikovoranfragen: Ihre Gesundheitsdaten sind zwar enthalten, aber Ihre Identität bleibt den Versicherern verborgen.
  • Diese geben auf dieser Grundlage ein Votum ab: Sie nehmen entweder zu regulären Bedingungen an, erheben Risikozuschläge oder lehnen ab. So haben wir die Chance, bei Bedarf noch einmal nachzuverhandeln, um das Bestmögliche für Sie zu erreichen.
  • Liegen alle Angebote vor, vergleichen wir und werten fachkundig aus, sodass Sie eine tragfähige Entscheidungsgrundlage erhalten.
  • Nun liegt es an Ihnen, die zu Ihren Vorstellungen passende Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

Fazit: Systematisch vorgehen und bestmöglichen BU-Schutz erhalten

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist ohne Zweifel eine der wichtigsten Versicherungen, die Sie zum Schutz Ihrer finanziellen Existenz abschließen können. Allerdings ist der Weg zum passenden BU-Schutz mit einigen Steinen gepflastert, allen voran erweisen sich die Gesundheitsfragen immer wieder als Hürde. Diese werden jedoch nicht ohne Grund gestellt und sollten in jedem Fall korrekt und vollständig beantwortet werden. Bestehen schon Vorerkrankungen, kann es durchaus zu Problemen bei der Antragsannahme kommen: Sehen Versicherer ein erhöhtes Risiko für einen Leistungsfall, werden sie entsprechend restriktiv reagieren. Sollte ein BU-Antrag abgelehnt werden, wird es noch schwieriger, eine andere Gesellschaft zu motivieren.

Gehen Sie hier auf Nummer sicher und reduzieren Sie dieses Risiko – wir übernehmen diese Verhandlungen sehr gerne für Sie. Nehmen Sie dazu einfach direkt Kontakt zu uns auf, wir beraten Sie 100 % kostenfrei.

Mike Hofmann ist deutschlandweit unabhängiger Versicherungsmakler. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht die Versicherungsbranche zu revolutionieren - Weg von der angstbehafteten Beratung, hin zu einer Beratung, die seinen Kunden wirklich einen Mehrwert bietet.

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Datum: 1. November 2018

Als Berufsanfänger gibt es viel zu beachten: Angefangen von der ersten eigenen Wohnung bis hin zur Steuererklärung. Der Einstieg in den Job verschafft Dir noch nie dagewesene finanzielle Möglichkeiten und die Erkenntnis, nun endgültig in der Welt der Erwachsenen angekommen zu sein. Diese Welt bietet eine Fülle von weitreichenden Freiheiten. So mancher Berufseinsteiger investiert seine Gehaltsschecks mit Vorliebe in das erste eigene Auto. Schließlich ist Mobilität der Inbegriff der Unabhängigkeit. Doch wie immer bringt diese Unabhängigkeit nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten mit sich.

Die KFZ-Haftpflichtversicherung gehört zu den wenigen privaten Pflichtversicherungen in Deutschland. Sie sichert den Fahrer im Falle von Schadenersatzforderungen Dritter ab, wenn er mit seinem Kraftfahrzeug einen Unfall verursacht.

In Deutschland gibt es ca. 47 Millionen angemeldete PKWs. Insofern bietet die Autoversicherung ein riesiges Marktpotenzial für die Versicherer. Dementsprechend viele Anbieter mit noch mehr unterschiedlichen Tarifvarianten buhlen um die Gunst der fahrenden Bevölkerung. Da den Überblick zu behalten, ist nicht einfach, aber dafür umso wichtiger. Denn im Zweifelsfall entscheidet die richtige Absicherung über das sprichwörtliche „Glück im Unglück“, falls es doch mal kracht. Nicht zuletzt eröffnet ein profunder Versicherungsvergleich ungeahnte Sparmöglichkeiten, mit denen die nächste Spritpreiserhöhung vielleicht nicht mehr ganz so weh tut.

Daher beschäftigt mich jetzt die Frage: Wie findest Du den passenden Tarif für Dein Auto und sparst dabei noch bis zu 1.000 € im Jahr bei Deiner KFZ-Versicherung?

Ein Auto ist meist nicht günstig. Daher gibt es die Möglichkeit, neben der gesetzlichen Haftpflicht auch Dein PKW mit der Kaskoversicherung gegen Schäden mitzuversichern. Bei der Kasko unterteilt man in Teil- oder Vollkasko. Die Vollkasko deckt alle Schäden an Deinem Auto ab. Da sich dieser Versicherungsschutz natürlich auch entsprechend im Beitrag bemerkbar macht, lohnt er sich vor allem für Neuwagen oder gut gepflegte Gebrauchte, die noch einen hohen Eigenwert besitzen. Eine Teilkasko deckt nur einen Teil der Schäden ab, ist aber wesentlich günstiger. In aller Regel sind Brand und Explosion, Diebstahl, Glasbruch, Marderschäden, Schäden durch Naturgewalten wie Hagel oder Überschwemmung sowie Beschädigungen durch den Zusammenstoß mit Tieren versichert. Eine Teilkasko-Versicherung macht meistens Sinn, da die versicherten Schäden durchaus wahrscheinlich sind und der Zusatzbeitrag in einem adäquaten Verhältnis zum Wert eines älteren gebrauchten Fahrzeugs steht.

Die Klauseln der KFZ-Versicherer

Jede KFZ-Versicherung kommt mit einem Bedingungswerk, welches die Konditionen zwischen der Versicherungsgesellschaft und dem Versicherungsnehmer festlegt. Neben einigen Standardparagraphen enthalten diese Bedingungen einige wichtige Klauseln, auf die es zu achten gilt.
Das beste Beispiel ist hierfür der Marderschaden in der Teilkasko: Einige Versicherer decken Folgeschäden durch den Marderbiss ab, andere nicht. Das heißt in der Praxis: Wenn der Marder am Kühlkabel knabbert, ist das Kabel an sich versichert und wird ersetzt, aber nicht der Motor, der durch die fehlende Kühlung und der damit einhergehenden Überhitzung beschädigt wird.
Auch beim Zusammenstoß mit Tieren sollte man aufpassen. Sinnvoll ist es, einen Tarif zu wählen, der nicht nur die Kollision mit Haarwild, wie z.B. Wildschweine, sondern mit allen Tieren versichert.
Im Winter besteht die Gefahr von Dachlawinen, die schnell unschöne Dellen auf dem Dach des Autos verursachen. Auch wenn man dazu neigen mag, so einen Schadensfall den Naturgewalten der Teilkasko zuzuordnen, ist dem nicht so – hier wird eine Vollkaskoversicherung gebraucht.

Grob fahrlässig – was nun?

Ein sehr wichtiger Punkt ist das Verhalten des Versicherers bei „grober Fahrlässigkeit“.
Grob fahrlässig handelt man, wenn ein Unfall aus der Sicht eines objektiven Dritten durch entsprechendes Wohlverhalten des Unfallverursachers relativ leicht verhindert hätte werden können.
Ein beliebtes Beispiel aus der Praxis ist hier das Überfahren einer roten Ampel und ein daraus resultierender Zusammenstoß auf der Kreuzung.
Im Falle eines grob fahrlässig verursachten Haftpflichtschadens zahlt der Versicherer immer, auch wenn er den Versicherungsnehmer in einigen Fällen in Regress nehmen kann.
Anders sieht es bei der Kasko aus. Hier kann der Versicherer die Übernahme des Schadens ablehnen oder nur einen Teil bezahlen. Einige Versicherer stellen sich in diesem Punkt ein wenig kundenfreundlicher auf und haben die wichtige Klausel „Verzicht auf den Einwand grober Fahrlässigkeit“ im Bedingungswerk. Diese Klausel sagt nichts anderes aus, als dass der Versicherer auch bei diesen Schadensfällen anstandslos zahlt – und das vollkommen ohne Regress oder dergleichen.

Schutzbrief oder teure Mitgliedschaft in einem Automobilclub?

Wenn man möchte, dass möglichst schnell geholfen wird, wenn ein Unfall passiert oder eine Panne die Weiterfahrt verhindert, benötigt man einen Schutzbrief. Anspruch auf Schutzbriefleistungen genießt, wer Mitglied in einem Automobilklub wie dem ADAC oder dem ACV ist. Häufig bieten die Versicherer aber auch entsprechende Leistungen als Bonus- Paket zur KFZ-Versicherung an und sind, was das Preis-Leistungsverhältnis betrifft, nicht selten empfehlenswerter.
Ein Schutzbrief umfasst klassischerweise den Pannendienst, also die Reparatur und das Abschleppen des Fahrzeugs.
Ist aufgrund einer Panne eine Weiterfahrt nicht möglich, werden Übernachtungen in nahen Unterkünften bezahlt, ein Mietwagen organisiert oder eine Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ermöglicht.
Die konkrete Ausgestaltung des Leistungsumfangs ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Während der eine Tarif nur eine Übernachtung übernimmt, sind es beim nächsten ganze drei. Auch das Budget für die Unterkunft variiert dementsprechend. Hier ist ein Detailvergleich der beste Weg, um den optimalen Schutzbrief zu finden.

Woran bemisst sich denn der Beitragssatz?

Damit sich der Versicherungsvergleich doppelt lohnt, ist nicht nur der Blick auf die Versicherungskonditionen, sondern auch auf den Beitrag anzuraten.
Der Versicherer kalkuliert den Beitragssatz immer individuell; somit stellt sich natürlich die Frage nach den Faktoren, welche letztlich den Preis bestimmen.
Entscheidend sind natürlich vor allem der Hersteller und der Typ des Autos.
Bestimmte Fahrzeuge sind für ein sportliches und damit tendenziell eher riskanteres Fahren optimiert, während die typische Familienkutsche hier günstiger bei wegkommt.
Nicht weniger wichtig ist der Landkreis, in welchem der PKW angemeldet ist. So ist der Landkreis Meißen beispielsweise günstiger als der Landkreis Dresden, da die Unfallstatistik eine höhere Unfallwahrscheinlichkeit in Dresden prognostiziert.

Da nicht nur der Versicherungsnehmer zur Fahrzeugnutzung berechtigt ist, interessiert auch der Fahrerkreis den Versicherer. Als Faustregel gilt: Je mehr Nutzer, desto höher der Beitrag. Es kommt auch darauf an, in welchem Verhältnis die Nutzer zueinander stehen. Sicherlich wird ein Auto, welches von einem Ehepaar genutzt wird, besser bewertet, als ein Auto, das munter zwischen fünf Freunden getauscht wird. Generell ist auch der Fahrer ein Faktor. Wie alt ist er? Wie lange hat er bereits den Führerschein?

Nicht zuletzt gibt es Rabatte, wenn man im Öffentlichen Dienst angestellt oder Beamter ist. Auch die Teilnahme am begleiteten Fahren beim Führerschein mit 17 oder das Absolvieren eines Fahrsicherheitstrainings wirken sich positiv auf den Beitrag aus.
Grundsätzlich gilt: Je öfter ein Auto bewegt wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schaden eintritt. Daher sind auch die jährlich zurückgelegten Kilometer ein entscheidendes Kriterium. Sogar der Stellplatz des Fahrzeugs wird zur Beitragskalkulation herangezogen. Im Regelfall wird es günstiger, wenn ein Auto eine eigene Garage hat, als wenn es nachts am Straßenrand geparkt wird.

Ein beliebtes Instrument um die Prämie niedrig zu halten, ist die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung in der Kaskoversicherung.
Diese kann bei der Teil- und bei der Vollkasko unterschiedlich hoch sein. Marktüblich und empfehlenswert sind ein Selbstbehalt von 150 € bei der Teilkasko und 300 € bei der Vollkasko. Je höher der Selbstbehalt, desto niedriger die Prämie.

Bei der KFZ-Versicherung gilt der Grundsatz: Wer unfallfrei fährt, wird belohnt.
Daher gibt es Schadenfreiheitsklassen (SF-Klassen). Je länger man unfallfrei fährt, desto höher wird die SF-Klasse und damit auch der Schadenfreiheitsrabatt auf die Versicherungsprämie. Wer einen Unfall baut, wird gemessen an Art des Unfalls und anhand der Schadenshöhe zurückgestuft.
Als Fahranfänger muss man sich erst noch bewähren und steigt mit der SF-Klasse 0 ein. Entsprechend teuer ist ein Versicherungsvertrag für das erste Auto.
Es gibt jedoch einen komfortablen Weg, um auch hier viel Geld zu sparen.
Das erste Auto kann als Zweitwagen der Eltern angemeldet werden. So wird der Fahranfänger nur als Fahrer eingetragen und dafür ein Elternteil als Halter und Versicherungsnehmer. So bekommt man automatisch die SF-Klasse ½ und umgeht so eine Einstufung in die schlechtere Klasse 0.
Nach einigen Jahren hoffentlich unfallfreier Fahrpraxis kann der einstige Fahranfänger den Wagen auch auf dem Papier übernehmen und von den so gesammelten schadenfreien Jahren profitieren.

Aber was passiert, wenn es wirklich mal kracht?

Die oberste Regel vorweg: Erst einmal Ruhe bewahren!
Ein Unfall ist immer eine Stresssituation, gerade, wenn erheblicher Sach- oder sogar Personenschaden entstanden ist. Bei kleineren Unfällen ist es nicht zwingend notwendig, die Polizei zu rufen. Ein Notruf ist jedoch definitiv erforderlich, wenn Menschen verletzt wurden.
Bei größeren Sachschäden oder wenn Unfallteilnehmer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehen, ist es ratsam, die Beamten darüber zu informieren.
Wer einen Unfall verursacht hat, sollte ein Schuldeingeständnis am Unfallort unbedingt vermeiden und seine Versicherung kontaktieren, um mit ihr das weitere Vorgehen abzusprechen.
Wer Unfallopfer ist, sollte die Versicherung des Unfallverursachers erfragen und jene kontaktieren, um mit dieser die Schadenabwicklung zu klären.
Anzuraten ist, ein Dokument zur Anfertigung eines Unfallberichts mitzuführen. Einen solchen Vordruck erhält man üblicherweise vom eigenen Versicherer.
Zusätzlich zu der schriftlichen Beschreibung der Geschehnisse, haben Fotos vom Unfallort meist die höchste Beweiskraft.

Fazit

Wie man sieht, gibt es bei der KFZ-Versicherung viel zu beachten. Angefangen von der Prüfung der Konditionen und Leistungen bis zum Vergleich möglichst vieler Tarife, um den günstigsten Beitragssatz zu bekommen.
Das ist alles viel Arbeit – die ich jedoch gerne für Dich übernehme!
Ich finde für Dich den günstigsten Tarif mit den besten Leistungen, angepasst an Deine Bedürfnisse und Deine Wünsche.
Melde Dich einfach unverbindlich bei mir, um bis zu 1.000 € jährlich zu sparen und darüber hinaus perfekt abgesichert zu sein!

Mike Hofmann ist deutschlandweit unabhängiger Versicherungsmakler. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht die Versicherungsbranche zu revolutionieren - Weg von der angstbehafteten Beratung, hin zu einer Beratung, die seinen Kunden wirklich einen Mehrwert bietet.

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Datum: 17. Oktober 2018

„Alle 4 Sekunden kommt es in Deutschland zu einem Unfall. Das macht 9 Millionen Unfälle jährlich. Mehr als zwei Drittel aller Unfälle ereignen sich in der Freizeit, wenn die gesetzliche Unfallversicherung nicht schützt. Sichern Sie sich und Ihre Familie daher mit unserem ausgezeichneten Unfallschutz ab. Weltweit und rund um die Uhr.“

Die negativen Schlagzeilen machen Angst

Nicht ganz 9 Millionen Unfälle, sondern genauer gesagt 7.884.000 Unfälle ereignen sich jedes Jahr. Es ist kein Einzelfall, dass in der Branche häufiger mit falschen Zahlen geworben wird. Oft wird mit Übertreibungen gearbeitet und Texte werden sehr alarmierend, aufdringlich und aufgesetzt verfasst. Daher sollte man beim Lesen immer aufpassen, auch wenn in diesem Fall die Konsequenz gleich ist: Unfälle passieren plötzlich, sind unvorhersehbar und geschehen öfter als gedacht.

Hierfür wäre es natürlich praktisch, die Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines Schadens und dessen Ausmaß jeden Tag aufs Neue einschätzen zu können. Aber so leicht hat man es im Leben selbstverständlich nicht. Fakt ist jedoch – die Risiken lauern überall!

Warum eine Unfallversicherung und wie funktioniert sie?

Eine Unfallversicherung ermöglicht es Dir, die finanziellen Folgen im Falle eines Unfalls zu minimieren und Einkommensausfälle auszugleichen.

Wenn Dir etwas zustößt, wird die Leistung der Versicherung anhand einer Gliedertaxe bemessen. Hier erhältst Du einen bestimmten Invaliditätsgrad. Beispielsweise entspricht der Verlust eines Daumens 20%, eine Querschnittslähmung hingegen 100%. Heutzutage gibt es auch die Möglichkeit, verschiedene Körperteile separat zu versichern. Bei einem Musiker könnte man bei dem Daumen sogar von 100% ausgehen. Die Leistungen sind individuell zu berechnen.
Der Unfallversicherung liegt eine Versicherungssumme zugrunde, die vor Abschluss des Vertrages zwischen Dir und dem Versicherer vereinbart wird. Der in Prozenten dargestellte Invaliditätsgrad gibt im Schadensfall letztlich den Anteil an, welcher Dir von der Versicherungssumme ausgezahlt wird.

Per Gesetz ist man bei der Arbeit unfallversichert. Hier übernimmt die Versicherung die Kosten für Unfälle am Arbeitsplatz oder auf dem direkten Hin- und Rückweg. Machst Du z.B. nach der Arbeit einen Umweg, um noch einkaufen zu gehen und wirst in einen Unfall verwickelt, erhältst Du keine Leistungen von der gesetzlichen Unfallversicherung. Die Unfallversicherung greift nämlich nicht zu Hause, in der Freizeit, im Urlaub, etc. Doch genau da passieren die meisten Unfälle. Außerdem ereignen sich im Schnitt kleinere Unfälle wie z.B. ein Beinbruch im Laufe des Lebens häufiger als große Unfälle wie eine Querschnittslähmung.

Der Knackpunkt hierbei ist, dass natürlich eine Menge Geld eingezahlt wird, aber die Wahrscheinlichkeit eine Querschnittslähmung zu erleiden, sehr gering ist. Je größer und umfangreicher also der Schaden, desto mehr Geld bekommt man von seiner Versicherung zur Verfügung gestellt, je kleiner der Schaden, umso weniger Geld, unabhängig von den jahrelang eingezahlten Beträgen. Dieser Fakt wurde bei der Unfallversicherung jahrelang kritisiert.

Der Wandel im Versicherungs-Denken: Weg von der Angst!

Nun drehen wir kurz die Zeit etwas zurück. 1990 war die Wiedervereinigung Deutschlands in vollem Gange und der Startschuss für den Raubzug der Versicherungsvertriebe gegeben. Besonders in den neuen Bundesländern wurde die Bevölkerung förmlich überrannt und mit neuen Gesprächstaktiken von Versicherungsvertretern konfrontiert, mit denen sich niemand auskannte. Das Unwissen wurde schamlos ausgenutzt. Die Industrie lebte von Angst und Gier – diese beiden Faktoren ergaben ein geschicktes Marketingkonzept, um nun richtig viel Geld zu verdienen. Ein Fossil dieser Zeit ist eine Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr. Kurzum: Ein teurerer Vertrag und eine schlechte Geldanlage.

Zum Glück hat sich in den letzten Jahren in dem Versicherungsfeld vieles getan. Die Unfallversicherungen wurden verändert, verbessert, revolutioniert. Es wurden verschiedene Bausteine hinzugefügt. Jetzt gibt es Unfallversicherungen, welche nicht nur die medizinischen Kosten (Erstversorgung, Heilbehandlung, Rehabilitation), sondern auch die unfallverbundenen Kosten abdecken (Krankentransport, längerfristige Folgen, Sterbegeld für Hinterbliebene usw.). Der genaue Umfang der Leistung hängt immer vom vereinbarten Vertrag ab.

Die „Eigenbewegung“ bei der Unfallversicherung

Einer der wichtigsten Bausteine ist die „Eigenbewegung“. Eine klassische Standard-Versicherung würde einen Schaden, der durch Eigenbewegung verursacht wurde, nicht abdecken. Wenn Du Dir beispielsweise im Winterurlaub beim Skifahren das Knie verdrehst oder beim Fußballspiel durch Stolpern über die eigenen Füße einen daraus resultierenden Bänderriss erleidest, muss die Versicherung nicht leisten.

Denn ohne den Baustein „Eigenbewegung“ sind nur Unfälle abgedeckt, bei denen ein Ereignis von außen plötzlich und unerwartet auf Dich einwirkt. Du solltest daher genau prüfen, welche Leistungen in Deinem Vertrag inbegriffen sind und welche Du gern noch ergänzen möchtest. Der zu zahlende Beitrag verändert sich meist nur minimal, doch der Leistungsunterschied ist enorm.

Achtung Stolperfalle: Kürzungen im Leistungsfall

Aufgepasst werden sollte bei dem Baustein „Mitwirkungsanteil einer Vorerkrankung“. So mancher Versicherer behält sich im Leistungsfall vor, Leistungen zu kürzen, wenn eine bestehende Krankheit die Invalidität mit verursacht hat. Dazu folgendes Beispiel: Bei einem Skiunfall hat sich der Versicherungsnehmer das Knie schwer verletzt. Während des Unfalls hatte dieser schon eine bestehende Muskelerkrankung. In diesem Fall wird die Leistung um mehrere tausend Euro gekürzt, da der Versicherer davon ausgeht, dass auch die bereits bestehende Muskelerkrankung Mitschuld am Ausmaß der Verletzung trägt. Gute Tarife jedoch verzichten auf den Mitwirkungsanteil oder schränken ihn erheblich ein.

Komplett berufsunfähig. Was nun?

Eine weitere wichtige Frage ist natürlich immer: Wie sichert man sich überhaupt für den Fall einer kompletten Berufsunfähigkeit durch Unfall ab?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung bietet den umfassendsten Schutz, wenn Du im Falle einer Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr arbeiten kannst. Da die meisten Fälle von Berufsunfähigkeit auf Krankheiten zurückgehen und nur ein Zehntel auf Unfälle, ist diese Versicherung ein sinnvolles Fundament. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte in jungen Jahren und möglichst ohne Vorerkrankungen abgeschlossen werden, da mit einer bestehenden Krankheit der Abschluss des Vertrages durch den Versicherer abgelehnt werden könnte oder aber saftige Risikozuschläge die Prämie in die Höhe treiben.

Fazit: Unfallversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine Unfallversicherung kann eine gute Zusatzversicherung sein, jedoch ersetzt sie niemals den umfangreichen Versicherungsschutz einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Da jeder Mensch ein Individuum ist und für sich abwägen muss, auf welche Punkte er Wert legt, solltest Du Dich immer ausführlich mit den Themen auseinander setzen, bevor es zur Unterschrift unter einem Vertrag kommt.

Achte immer auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und vergiss die Bausteine „Eigenbewegung“ und „Mitwirkungsanteil“ nicht. Sei vorsichtig, handele mit Bedacht und bleib gesund.

Mike Hofmann ist deutschlandweit unabhängiger Versicherungsmakler. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht die Versicherungsbranche zu revolutionieren - Weg von der angstbehafteten Beratung, hin zu einer Beratung, die seinen Kunden wirklich einen Mehrwert bietet.

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Datum: 24. Juni 2018

Urlaubszeit, schönste Zeit! Endlich nach monatelangem Schuften mal wieder die Koffer packen, verreisen und einfach die Seele baumeln lassen. Wer verschwendet da in seiner Urlaubsvorfreude schon einen Gedanken an eine Auslandskrankenversicherung? An Krankheit im Urlaub möchte man doch gar nicht denken. Außerdem wird die Krankenversicherung sich schon im Fall der Fälle um alles kümmern. Oder etwa nicht?

Ob Deine normale Krankenversicherung ausreicht oder wann Du besser eine Auslandskrankenversicherung abschließen solltest, erfährst Du in diesem Artikel.

Jeder Fünfte erkrankt im Urlaub

Das „kleine“ Nickerchen am Strand hat seine Spuren in Form von starkem Sonnenbrand hinterlassen, aus anfänglichen Halsschmerzen im Flugzeug dank Klimaanlage hat sich eine fette Erkältung entwickelt, der Seeigel hat einen Stachel weniger- nämlich den in Deinem Fuß, auf den rutschigen Fliesen am Pool ausgerutscht und dann noch Salmonellen im Frühstücksei – DAS Horrorszenario für jeden Urlauber. Zugegeben, alles auf einmal ist eher unwahrscheinlich, aber die Liste der möglichen Krankheiten und Unfälle im Urlaub ist lang.

Knapp ein Viertel der deutschen Bevölkerung musste im Urlaub bereits ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen – jeder Fünfte davon in Form eines Arztbesuches und 8 % mussten sogar im Krankenhaus behandelt werden (laut Umfrage des TNS Infratest’s).

Grundversicherungsschutz in 40 Staaten

Generell gilt in allen Ländern, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat, ein Grundversicherungsschutz für gesetzlich Versicherte. Zum Beispiel in Brasilien, Indien, Israel, Tunesien, Marokko und 15 weiteren Ländern. In diesen 20 Ländern sowie innerhalb der EU bist Du medizinisch abgesichert.

Wer in Deutschland gesetzlich versichert ist, besitzt außerdem eine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Sie ist auf der Rückseite Deiner Versicherungskarte aufgedruckt. Über diese können Arztbesuche in allen Ländern der EU abgerechnet werden. Doch für Leistungen, welche über die Grundversorgung hinaus gehen, musst Du als Urlauber selbst aufkommen. Weil das schnell sehr teuer werden kann, ist eine Auslandskrankenversicherung ratsam.

Auslandskrankenversicherung unter der Lupe

„Um sich gegen die finanziellen Risiken in Zusammenhang mit einer ärztlichen Behandlung im Ausland abzusichern, ist eine Zusatzversicherung sinnvoll“, rät Betina Chill, Stiftung Warentest.

Sobald die anfallenden Kosten im Ausland den Regelsatz in Deutschland überschreiten, müssen diese aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Dazu kann es schnell kommen, da in vielen Ländern die medizinische Versorgung weitaus teurer ist als in Deutschland. Eine Zusatzversicherung deckt für solche Fälle die Mehrkosten ab.

Der Versicherungsschutz gilt in der Regel für Reisen von maximal 6-8 Wochen Dauer für das gesamte Jahr, unabhängig davon, wie oft in den Urlaub gefahren wird. Es muss nur die Obergrenze pro Reise berücksichtigt werden. Bei längeren Auslandsaufenthalten, beispielsweise während des Studiums, sollten aber spezielle Verträge abgeschlossen werden.

Einen weiteren großen Vorteil der Auslandskrankenversicherung bildet der Rücktransport nach Deutschland. Denn für einen Rückflug mit medizinischer Betreuung kommen ohne zusätzliche Auslandskrankenversicherung weder die gesetzliche noch private Krankenversicherung auf.

Wer sehr viel Wert auf die Behandlung in vertrauter Umgebung legt, sollte in seinen Verträgen jedoch beachten, dass der Rücktransport wirklich immer übernommen wird. Auch dann, wenn er nicht nur „medizinisch notwendig“, sondern auch „medizinisch sinnvoll und vertretbar“ ist. Bei der medizinischen Notwendigkeit können die Meinungen zwischen Versicherer und Patient meist stark auseinander gehen. So würde ein verletzter Skiurlauber in der Schweiz aus den Augen des Versicherers ausreichend im zivilisierten Ausland behandelt werden können, auch wenn der Patient lieber nach Deutschland in ein Krankenhaus nahe seines Zuhauses und seiner Familie gebracht werden wöllte. Dies wäre nicht notwendig, aber medizinisch sinnvoll, da bekanntlich die Heilungschancen in einer vertrauten Umgebung viel höher sind.

Einige Versicherungen orientieren sich an der Krankheitsdauer. Sie übernehmen beispielsweise den Rücktransport, wenn der Krankenhausaufenthalt voraussichtlich länger als 14 Tage andauern wird.

Durchblicken im Tarifdschungel

Wie so oft im Leben ergibt es auch hier Sinn, sich umfassend zu informieren. Die Angebote und Tarife der Versicherer können stark variieren und sollten hinsichtlich des Preis-Leistungsverhältnisses unter die Lupe genommen werden.

Hierbei können Dir Vergleichsportale helfen, einen guten Tarif für Dich auszuwählen. Beispielsweise bietet die Stiftung Warentest eine Übersicht aus 47 Tarifen für Benutzer an. Bist du unsicher worauf Du bei der Auswahl der Versicherung achten solltest, so unterstützen wir Dich gern 100 % kostenlos. Wir führen einen umfassenden Vergleich für Dich durch und wählen den Tarif, der am besten zu Deiner Reise und Deinen persönlichen Umständen passt.

Auslandskrankenversicherungen erhältst Du als Einzelperson schon für weniger als 10 € im Jahr. Für Familien bestehen spezielle Angebote von 15-30 €. Die klassischen Leistungen decken Arztbesuche, verordnete Arznei- und Hilfsmittel, Krankenhausaufenthalte und Rücktransporte nach Deutschland ab. Es ist wichtig, dass der Versicherer hierfür eine Notrufmöglichkeit für den Erkrankten eingerichtet hat, um ihn im Krankheitsfall im Ausland bei Fragen und Problemen zu unterstützen.

Weitere nützliche Leistungen der Auslandskrankenversicherung:

  • Organisation von Gepäckrückholung
  • Übernahme von zusätzlichen Hotelkosten bis 2.500 €, wenn der gebuchte Aufenthalt wegen eines Krankenhausaufenthaltes unterbrochen/ verlängert werden muss
  • Organisation und Bezahlung einer Betreuung der versicherten Kinder unter 18 Jahren, wenn die begleitenden Erwachsen schwer erkrankt sind
  • Kostenerstattung eines Krankenbesuchs bei einem Krankenhausaufenthalt des Versicherten länger als 5 Tage
  • Kostenübernahme bei notwendigen Schwangerschaftsuntersuchungen und Entbindungen während der Reise

Achtung!

Für Familien, Schwangere und chronisch Kranke verstecken sich in einigen Policen Klauseln, welche ihren Versicherungsschutz einschränken. So sind bei manchen Familienversicherungen Kinder nur bis 17 Jahren mitversichert. Für Schwangere besteht das Risiko, dass eine Frühgeburt nicht mit abgedeckt ist und für chronisch Kranke, dass die medizinische Versorgung nicht inbegriffen ist.

Bei sogenannten Unruheländern gilt zu beachten, dass der Versicherungsschutz verfällt, wenn entgegen der Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes in diese Länder eingereist wird.

Es ist für Dich daher wirklich empfehlenswert, vor allem bei Reisen außerhalb der Europäischen Union, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen und vorher mit dieser Kontakt aufzunehmen, um inbegriffene Leistungen zu erfragen. Schließlich sollst Du Dich im möglichen Krankheitsfall auf Deine Genesung und nicht das Geld konzentrieren. Und das geht nur, wenn einer bestmöglichen medizinischen Versorgung und finanziellen Absicherung nichts im Wege steht.

Wenn Du noch weitere Fragen rund um das Thema Auslandskrankenversicherung haben solltest, dann beraten wir Dich gern und 100 % kostenfrei. Schreibe uns einfach eine Nachricht!

Mike Hofmann ist deutschlandweit unabhängiger Versicherungsmakler. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht die Versicherungsbranche zu revolutionieren - Weg von der angstbehafteten Beratung, hin zu einer Beratung, die seinen Kunden wirklich einen Mehrwert bietet.

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Datum: 10. Juni 2018

Vorsicht, das ist ein sarkastischer Artikel!

Menschen sind verschieden, jeder hat persönliche Vorlieben, Interessen – kurzum ein eigenes Naturell. Dass Wesenszüge und Eigenarten auch mal kollidieren können, ist selbsterklärend.

Unsere Zeit ist wertvoll und wir suchen Mandanten, die zu uns passen. Deshalb finden wir, es ist nur fair, wenn wir Dir die Möglichkeit geben, auch mal unsere Schattenseiten kennenzulernen.

Danach kannst Du dann Dinge tun, die Dir Spaß machen – wie wäre es mit einem Wanderausflug oder einer Shoppingtour? Vielleicht backst Du mal wieder einen Kuchen? Und hast Du überhaupt den Rasen schon gemäht?!

Egal – alles ist besser als uns anzurufen, anzuschreiben, aufzulauern oder uns auf irgendeine andere Art und Weise zu mit Aufgaben zu betrauen. Du wirst es nicht bereuen, nachdem Du von den folgenden Nachteilen erfahren hast. Wir hoffen von ganzem Herzen, Deine Bedürfnisse nicht befriedigen zu können.

1. Du liebst es, stundenlang das Internet zu durchforsten, um nach den besten Versicherungen für Dich zu suchen?

Selbst ist der Mann! Wer braucht schon Berater und Vermittler, wenn das World Wide Web mit etwa einer Billion Homepages, Blogs und Online- Aufritten auf Dich wartet? Das Internet ist ein toller Ort.

Zwischen den geistigen Ergüssen pubertätsgeschüttelter Teenager, den abstrusen Beweisketten absolut glaubwürdiger Verschwörungstheoretiker und verpixelten Videos von Nachbarin Brigittes Schlafzimmeraktivitäten wartet mit Sicherheit eine perfekt auf Deine Bedürfnisse zugeschnittene Berufsunfähigkeitsversicherung auf Dich!

Leider ist dann unser Spezialkonzept nichts für Dich, denn wir finden innerhalb kürzester Zeit die passenden Versicherungen für Dich und Dein Leben.

2. Du zahlst gern für die Arbeitsleistung, wie bei Anwälten und Steuerberatern so üblich?

Nichts ist umsonst – selbst der Tod kostet das Leben. Ist das Deine Einstellung?

Dann passen wir nicht zusammen, denn unsere Beratungsleistung ist für Dich vollkommen kostenfrei!

Schön, dass es noch Menschen wie Dich gibt, die großzügig mit Banknoten um sich werfen, anstatt der „Geiz ist geil“- Mentalität zu frönen. Die Menschen brauchen Dein Geld!

3. Du liebst das Risiko und die Ungewissheit, ob Deine Versicherung im Schadensfall auch wirklich zahlt?

Eine Versicherung, die Ihren Zweck erfüllt und bei der Du nicht das Gefühl hast, nur für prunkvolle Firmenfeiern zu spenden und in die neuen SUV- Panzer der Chefs zu investieren – gibt es etwas Langweiligeres? Das ist höchstens etwas für verspießerte Kleinbürger und Angstmenschen.

Schließlich bist Du Abenteurer und liebst die Spannung!

Außerdem kann Krebs auch mit einer kräftigen Gemüsebrühe kuriert werden, den Haftpflichtschaden arbeitest Du einfach ab und wer einen gebrochenen Arm nicht selbst eingipsen kann, ist sowieso lebensunfähig.

Auf jeden Fall solltest Du Dich von uns fernhalten, denn wir achten auf einen möglichst umfassenden Leistungskatalog und beachten auch die Zahlungsmoral der Versicherer bei der Produktauswahl.

4. Ein paar Hundert Euro zu viel für Deine Versicherungen zu zahlen, ist kein Problem für Dich?

Was kostet die Welt? Versicherungen shoppst Du genauso wie Du Deinen wöchentlichen Einkauf beim Fleischer erledigst. Bei der Frage „Darf es etwas mehr sein?“ kannst Du nicht „nein“ sagen.

Preise vergleichen ist ohnehin zu anstrengend. Du gehst einfach zum nächstbesten Vertreter und kaufst ihm alles ab. Der braucht nämlich auch mal Erfolgserlebnisse!

Bei uns bist Du dann aber an der falschen Adresse: Wir vergleichen für Dich hunderte Versicherer und Tarife und suchen den für Dich passenden heraus. Unnötige und kostenintensive Bausteine, welche Deinem Risiko nicht entsprechen, bieten wir Dir gar nicht erst an.

5. Du liebst es mehrere Ansprechpartner für Deine Versicherungen zu haben?

Natürlich darf sich alle paar Jahre ein neuer Mitarbeiter bei Dir vorstellen. Du bist ja schließlich kein Einsiedler und freust Dich immer, neue Leute kennenzulernen.

Und wie Du sicher weißt; eine hohe Personalfluktuation bedeutet, dass die Berater einen tollen Job gemacht haben. Die wurden bestimmt alle nur befördert!

Bei uns hast Du einen Ansprechpartner für alle Deine Verträge – ziemlich öde, oder?

6. Du magst Schauergeschichten und Abschlussdruck?

Noch besser als jeder Gruselfilm sind bekanntlich die Horrorszenarien der Versicherungsvermittler.

Stell Dir vor, Du schließt nicht genau jetzt und heute eine Risikolebensversicherung ab. In der nächsten Sekunde hast Du vielleicht einen Herzinfarkt oder wirst auf dem Heimweg von einem Auto überfahren.

„Wo ist der Stift??? Schnell unterschreibe, solange Du noch kannst!!! Was wird sonst aus Deinen Kindern?“

Ein lockeres Gespräch ist für Dich unseriös.

Du magst es, wenn Dein Vermittler mehr Drücker als Berater ist – das empfindest Du als zielstrebig und angenehm.

Auch hier müssen wir Dich enttäuschen: Damit können wir leider auch nicht dienen…

7. Lange Wartezeit bis zur Regulierung Deiner Schäden nimmst Du gerne in Kauf und verzichtest auf Deine Ansprüche?

Gratulation – Du bist der Traumkunde für gierige Versicherungsunternehmen!

Schade, dass wir im Schadensfall auf der Seite unserer Mandanten stehen, sie bei der Abwicklung unterstützen und nicht für den Versicherer arbeiten.

8. Du liebst es, Versicherungen zu haben, die Du nicht verstehst und nach einem stundenlangen Beratungsgespräch genauso schlau zu sein wie zuvor?

Manchmal hast Du Schlafprobleme, selbst starke Medikamente wirken nicht mehr.

Das stört Dich allerdings gar nicht mehr, denn Du hast den heiligen Gral der Schlafmedizin bereits entdeckt: Deinen Berater.

Du schließt möglichst oft Verträge ab, um in den Genuss einer mehrstündigen Gesprächstherapie zu kommen, nach der du völlig erschöpft, aber glücklich in die süße Welt der Träume reist.

Dass du nicht verstehst, was du abschließt, schon abgeschlossen hast und noch abschließen wirst, ist Dir egal. Ein Mensch kann schließlich nicht allwissend sein!

Leider sind wir keine Ärzte und können Dir bei Deinen Schlafproblemen nicht helfen.

Unsere Mandanten quälen wir mit gut verständlichen Informationen und gehen auf alle Rückfragen ein. Stundenlange Beratungsgespräche erachten wir als wenig zielführend.

9. Verkäuferische Suggestivfragen empfindest Du als geistig entspannend?

Natürlich, denn was gibt es besseres als eine Frage, bei der Dir die Antwort schon in den Mund gelegt wird?! Nachdenken muss man schon genug – unsere Welt ist schnell und komplex. Wie schön ist es da, diesem Druck wenigstens für ein Weilchen im örtlichen Versicherungsbüro entfliehen zu können?

Zu unserem Leidwesen müssen wir gestehen, dass wir Mandanten mögen, die nachdenken und nachhaken. Mit einem Kopfnickroboter möchten wir keine Geschäftsbeziehung eingehen. Sorry.

10. Du stehst auf Berater mit Bauchläden ohne Ausbildung?

Wie praktisch ist es doch, wenn der Makler nicht nur Versicherungen, sondern auch Strom- und Mobilfunkverträge vermittelt? Eine Oase in der Servicewüste Deutschland!

Ob der Berater überhaupt eine Ausbildung hat, ist dir völlig egal. Know how ist nicht der entscheidende Faktor – Empathie und Charme zählen viel mehr. Und außerdem kann man sich ja auch alles selbst beibringen, oder?

Dein Wohnzimmer hast Du schließlich auch allein gestrichen und keinen Maler kommen lassen, auch wenn Deine Frau an Dir gezweifelt hat. Du willst einen Macher haben!

Mit uns kannst Du nur über Finanzen und Versicherungen reden, alles andere haben wir nicht im Repertoire. Dafür setzen wir auf Qualifikation und Wissen, Verkäufer mit Wochenendkurs haben wir nicht zu bieten.

11. Du liebst Papier und Deine schönsten Stunden sind es, Unterlagen abzuheften?

Wer kennt es nicht? Dieses erquickende Gefühl, wenn man sich dem Stapel auf seinem Schreibtisch zuwendet. Sortieren, lochen, abheften: Büroarbeit kann Spaß machen! Die ganze Woche fieberst Du mit gespannter Erwartung dem Wochenende entgegen, um Deiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen.

Deine Leidenschaft mit uns auszuleben, wird jedoch schwierig.

Unsere Mandanten- App, mit der Du alle Verträge und Dokumente immer und überall einsehen kannst, ist dann eher nichts für Dich.

Mike Hofmann ist deutschlandweit unabhängiger Versicherungsmakler. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht die Versicherungsbranche zu revolutionieren - Weg von der angstbehafteten Beratung, hin zu einer Beratung, die seinen Kunden wirklich einen Mehrwert bietet.

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Datum: 5. Juni 2018

Es gibt kaum einen, der sie nicht kennt: Ein Surren, umherschweifende Blicke und dann sieht man sie. Wie große Insekten schweben sie fast unbemerkt umher und ermöglichen uns neue Einblicke und Perspektiven.

Drohnen begeistern sowohl die kleinen als auch die großen Technik-Fans im ganzen Land. Kein Wunder, dass daher über 400.000 Flug-Drohnen hierzulande herumschwirren. Vom Kind bis zum Erwachsenen, vom Spielzeug bis zum Paketauslieferer. Der vielfältige Einsatz von Drohnen steigt, so aber auch das Risiko von Unfällen. Daher besteht für Drohnen in Deutschland seit 2005 Versicherungspflicht.

Drohne ist nicht gleich Drohne

Grundsätzlich beschreibt der Begriff Drohne alle unbemannten Fahrzeuge, egal ob am Boden (ferngesteuerte Autos), zu Wasser (Boote) oder in der Luft (ferngesteuerte Flugzeuge, Multicopter). Letztere, die Flug-Drohnen, werden in diesem Artikel deutlicher unter die Lupe genommen.

Jede Flug-Drohne muss versichert sein

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur kategorisiert Flug-Drohnen nach ihrer Nutzung. Dient die Nutzung des Geräts dem Zweck der privaten Freizeit- und Sport-Aktivitäten, so gelten hier Regelungen über „Flugmodelle“.

Wird die Drohne für gewerbliche oder sonstige Zwecke genutzt (z. B. Bildaufnahmen mit dem Ziel des Verkaufs) spricht man von einem „unbemannten Luftfahrtsystem“ (englisch: Unmanned Aerial Vehicle, UAV).

Ungeachtet ihrem Verwendungszweck und der Unterschiede (Größe o. Gewicht), nutzen Flug-Drohnen den Luftraum und gelten somit als Luftfahrzeuge, welche eine eigene Luftfahrzeugklasse bilden und seit August 2005 alle der Versicherungspflicht unterliegen.

So ist in Deutschland nach §43 (2) des Luftverkehrsgesetzes der Halter eines Luftfahrzeugs verpflichtet, eine Drohnen-Haftpflichtversicherung zu unterhalten.

Denn wenn das Gerät abstürzt, haftet der Halter für alle Schäden mit seinem gesamten Vermögen, unabhängig davon, ob er wirklich Schuld war oder nicht.

Beispiel
Eine Windböe erfasst den ferngesteuerten Quadrocopter. Das Gerät lässt sich nicht mehr steuern und fliegt auf eine viel befahrene Straße zu. Krach. Die Drohne ist in einem Auto gelandet. Alle bremsen. Es kommt zu einer Massenkarambolage. Aus einem entspannten Ausflug ist ein ungewollter Albtraum geworden.

Dieser Fall macht deutlich, wie wichtig eine Versicherung ist, die Drohnenschäden absichert, wenn der Halter durch einen Bedienfehler oder technischen Defekt einer anderen Person Schaden zufügt.

Welche Versicherung ist für Deine Drohne notwendig

Grundsätzlich gibt es 2 Möglichkeiten zur Erfüllung der gesetzlichen Versicherungspflicht von Drohnen in Deutschland:

Privat- Haftpflichtversicherung für Drohnen

Wer seine Drohne nur privat nutzt (siehe „Flugmodelle“), kann unter Umständen noch in der Privat-Haftpflichtversicherung mitversichert sein. Abhängig ist dies vom jeweiligen Vertrag. Es ist daher empfehlenswert, seine Police genau zu studieren und nicht auf pauschale Aussagen hinsichtlich der Drohnen-Versicherung zu hören. Das Thema ist noch sehr neu und daher in vielen alten Verträgen nicht aufgegriffen bzw. enthalten.

Zudem ist es in der Diskussion, Drohnen unter 250 g von der Versicherungspflicht zu befreien, da diese als Spielzeug gelten sollen anstatt als Luftfahrzeug. Dies hätte den Vorteil, dass Schäden von der normalen privaten Haftpflichtversicherung abgesichert wären, Drohne hin oder her.

Spezielle Drohnen-Haft­pflicht­versicherung

Möchte man die Drohne für gewerbliche Zwecke (siehe „unbemannten Luftfahrtsystem“) nutzen und mit Drohnenaufnahmen Geld verdienen, so bedarf es einer zusätzlichen speziellen Versicherung für Drohnen. Diese Extra-Versicherung ist auch dann notwendig, wenn die eigene private Versicherung das gewünschte Gerät nicht versichern kann oder möchte.

Wichtig: Die Police ist beim Drohnen-Flug stets als Nachweis mit sich zu führen. Sonst begeht der Pilot eine Ordnungswidrigkeit (laut § 108 LuftVZO).

Regeln für Drohnenpiloten

Einfach Drohne kaufen und los geht’s? Falsch gedacht! Folgende Grundregeln gilt es vor und bei dem Flug zu beachten:

  • in Sichtweite fliegen mit direktem Sichtkontakt (ohne optische Hilfsmittel)
  • Flughöhe von 100 m über Grund, Ausnahme: Modellflugplätze
  • kein Fliegen in Verbindung mit Drogen oder Alkohol (strafbar)
  • Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte wahren
    • kein Betrieb (100 m Abstand) über:
    • Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften
    • Menschenansammlungen
    • Industrieanlagen
    • Naturschutzgebieten
    • Verfassungsorganen, Bundes- oder Landesbehörden
    • Bundesautobahnen oder eng befahrenen Verkehrswegen
    • An- und Abflugbereichen und Kontrollzonen von Flugplätzen
    • Wohngrundstücken (nur mit Erlaubnis der Nachbarn sind Flug, Aufzeichnung und Weitergabe an Dritte gestattet)
  • folgendes ist je nach Gewicht notwendig:
    • Drohnen <250 g: darf jeder steuern
    • Drohnen > 250 g: Kennzeichnungspflicht (feuerfeste, sichtbare Plakette mit Name und Adresse des Eigentümers)
    • Drohnen > 2 kg: Theorieprüfung, Mindestalter von 16 Jahren
    • Drohnen > 5 kg: Flugerlaubnis der Luftfahrtbehörde des jeweiligen Bundeslandes

Generell sollte beim Bedienen einer Drohne bzw. eines Multicopters immer Vorsicht und Umsicht geboten sein. Mit diesen Tipps bist Du nun optimal gewappnet, um sicher und vorallem VERsichert mit Deiner Drohne in die Zukunft zu steuern. Wir wünschen Dir jetzt schon einmal einen guten Flug.

Bei weiteren Fragen zum Thema Drohnen-Haftpflichtversicherung beraten wir Dich gern persönlich und 100 % kostenlos! Eine entsprechende Versicherung erhältst Du bereits ab 70 EUR pro Jahr, abhängig von Deinem Drohnen-Modell und dem Territorium, in dem Du fliegen möchtest.

Mike Hofmann ist deutschlandweit unabhängiger Versicherungsmakler. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht die Versicherungsbranche zu revolutionieren - Weg von der angstbehafteten Beratung, hin zu einer Beratung, die seinen Kunden wirklich einen Mehrwert bietet.

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Datum: 26. Mai 2018

Krankheit, körperliche und finanzielle Grenzen, Pflege – für die einen noch weit entfernt, für die anderen längst Alltag. Die Pflegevorsorge ist nicht nur ein Thema für Alt, sondern auch für Jung. Gesundheit, Glück und Kraft sind nicht nur die typischsten sowie häufigsten Glückwünsche, nein – ohne sie sähe die Welt ganz anders aus. Unfälle oder Krankheiten können jeden treffen und den Alltag verändern. Mit einer Pflegeversicherung verhält es sich hierbei wie mit allen anderen Versicherungen: Je früher man sie abschließt, desto niedriger sind die Beiträge. Auch ein Punkt, den gerade junge Menschen nicht aus den Augen verlieren sollten.

Immer noch nicht überzeugt? Nun, die Zahlen sprechen für sich. Aktuell gibt es in Deutschland 2,9 Millionen pflegebedürftige Menschen. Für 2030 prognostizieren Experten des Statistischen Bundesamts sogar rund 3,4 Millionen Pflegebedürftige.

Diese Begriffe zur Pflegetagegeldversicherung solltest Du vorab kennen

Pflegebedürftigkeit

Menschen, welche aufgrund von Krankheit oder Behinderung in ihrer Selbstständigkeit im Alltag dauerhaft (6 Monate und/ oder mehr) eingeschränkt sind, benötigen die Hilfe oder Pflege durch andere.

Pflegegrad

Anhand der neuen fünf Pflegegrade 1, 2, 3, 4 und 5 (vorher bekannt als Pflegestufen 1-3) werden Pflegebedürftige und Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz (z.B. Demenzkranke,…) nach ihrer noch vorhandenen Selbstständigkeit beurteilt. Je nach eingestuften Grad erhalten sie entsprechende Leistungen aus der Pflegeversicherung.

  • Pflegegrad 1: Geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit
  • Pflegegrad 2: Erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit
  • Pflegegrad 3: Schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit
  • Pflegegrad 4: Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit
  • Pflegegrad 5: Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Pflegegeld

Pflegegeld erhalten anerkannte Pflegebedürftige, welche zu Hause von Angehörigen, Bekannten oder Freunden betreut oder gepflegt werden. Dieser monatlich von der gesetzlichen/ privaten Pflegeversicherung gezahlte Beitrag soll den Aufwand der Pflegenden abdecken.

Pflegesachleistungen

Dieses Sachgeld ist für den Einsatz von professionellen Pflegediensten in der häuslichen Pflege gedacht. Die Pflegekasse übernimmt bei genehmigten Pflegegrad bis zu einer gewissen Summe die Kosten für den Pflegedienst.

Warum eine Pflegetagegeldversicherung sinnvoll ist

Kommt es zu einer Pflegebedürftigkeit eines Menschen, zahlt die gesetzliche oder private Pflegekasse abhängig vom Pflegegrad der Person ein gesetzliches Pflegegeld bzw. gesetzliche Leistungen. Diese Leistungen sichern jedoch nur die Grundversorgung eines Pflegebedürftigen ab. Anstehende Ausgaben für eine intensive Betreuung, Hilfsmittel im Alltag oder barrierefreies Wohnen überschreiten die finanziellen Möglichkeiten. Es entsteht eine Versorgungslücke beim Betroffenen. Diese wird umso größer, je mehr Pflegebedarf besteht. Durch die Pflegetagegeldversicherung kann diese Lücke geschlossen werden und das benötigte Geld in die finanzielle sowie selbstbestimmte Unabhängigkeit des pflegebedürftigen Menschen gesteckt werden.

Prinzip und Leistungen der Pflegetagegeldversicherung

Die Höhe der monatlichen Leistung der Pflegeversicherung orientiert sich am Pflegegrad und daran, wie bzw. wo der Erkrankte gepflegt wird.

Starre Pflegetagegeld-Tarife

Starre (statische) Tarife gehören zu den klassischen, am häufigsten vertretenen Tarifen. Abhängig von der Höhe der monatlichen Beiträge besteht ein versicherter Tagessatz im Falle der Pflegebedürftigkeit. Der Betrag des Tagessatzes wird in Pflegegrad 5 frei gewählt, wo auch 100 % des Tagessatzes gezahlt werden. In den übrigen Pflegegraden erhält der Versicherte abgestufte Leistungen, d.h. der Versicherer legt das Pflegegeld prozentual ausgehend vom Betrag in Grad 5 fest. (Grad 1: 5 % bis 20 %, Grad 2: 20 % bis 40 %, Grad 3: 50 % bis 70 %, Grad 4: 80 % bis 100 %, Grad 5: 100%).

Flexible Pflegetagegeld-Tarife

Bei flexiblen Tarifen kann der Tagessatz auch individuell pro Pflegegrad vom Versicherten festgelegt werden. Damit lässt sich auch für die niedrigen Pflegegrade 0 und 1 schon eine relativ hohe Leistung zu einem vergleichsweise günstigen Beitrag erzielen.

Unverbindliche Beispielberechnung:

starrer Tarif, abgestufte Leistungen

Pflegestufe I/ Pflegegrad 2/3

  • 1x täglich benötigte Hilfe bei 2 Verrichtungen aus dem Bereich Körperpflege, Ernährung oder Mobilität
  • mehrfach pro Woche hauswirtschaftliche Hilfe
  • Zeitaufwand: mind. 90 Min. pro Tag

Pflegeumfang und Kosten

Häusliche Pflege durch Angehörige:

  • ehrenamtliche Haushaltshilfe: 455,00 €
  • Studenten (20 Std. monatlich): 200,0

monatliche Kosten gesamt: 655,00 €
max. gesetzliches Pflegegeld: -316,00 €
Versorgungslücke: 339,00 €

Leistung mit einer Tagegeldversicherung

Bei 30 % des versicherten Tagessatzes (z. B. 50 €) ergibt sich ein monatlicher Leistungsbetrag von 450 €:

30 Tage x 50 € x 30 % = 450 € monatlich

Die Versorgungslücke wird somit komplett geschlossen. Es bleiben sogar 111 € übrig.

Pflegestufe II/ Pflegegrad 3/4

  • 3x täglich Hilfe aus dem Bereich Körperpflege, Ernährung oder Mobilität
  • mehrfach pro Woche hauswirtschaftliche Hilfe
  • Zeitaufwand: mind. 3 Stunden pro Tag

Pflegeumfang und Kosten

Häusliche Pflege durch Pflegedienst:

  • Pflegekosten: 1.040,00 €
  • Anfahrtspauschale 6–20 Uhr: 120,0
  • 3 Mahlzeiten täglich: 285,00 €
  • Putz- und Haushaltshilfe: 705,00 €

monatliche Kosten gesamt 2.150,00 €
max. gesetzliche Sachleistung -1.298,00 € ambulant
Versorgungslücke: 852,00 €

Leistung mit einer Tagegeldversicherung

Bei 60 % des versicherten Tagessatzes (z. B. 50 €) ergibt sich ein monatlicher Leistungsbetrag von 900 €:

30 Tage x 50 € x 60 % = 900 € monatlich

Die Versorgungslücke wird somit komplett geschlossen. Es bleiben sogar 48 € übrig.

Pflegestufe III/ Pflegegrad 4/5

  • rund um die Uhr (auch nachts) Hilfe bei Körperpflege, Ernährung oder Mobilität
  • mehrfach pro Woche hauswirtschaftliche Hilfe
  • Zeitaufwand: mind. 5 Stunden pro Tag

Pflegeumfang und Kosten

Stationäre Pflege im Pflegeheim:

  • Pflegesatz 2.192,00 €
  • Unterkunft und Verpflegung 503,00 €
  • Investitionskosten 505,00 €

monatliche Kosten gesamt 3.200,00 €
max. gesetzliche Sachleistung -1.775,00 € stationär
Versorgungslücke: 1.425,00 €

Leistung mit einer Tagegeldversicherung

Bei 100 % des versicherten Tagessatzes (z. B. 50 €) ergibt sich ein monatlicher Leistungsbetrag von 1.500 €:

30 Tage x 50 € x 100 % = 1.500 € monatlich

Die Versorgungslücke wird somit komplett geschlossen. Es bleiben sogar 75 € übrig.

Die Leistungen der Pflegetagegeldversicherung sind nicht zweckgebunden und es wird kein Kostennachweis benötigt. Der Versicherte kann frei über das Geld verfügen. Somit kann der finanzielle Pflegeaufwand komplett abgefedert werden und übriges Geld in die Gesundheit, Absicherung oder einfach in die schönen Dinge des Lebens investiert werden.

Darauf solltest Du bei Deiner Pflegetagegeldversicherung achten

Leistungsumfang

  • sollte alle Pflegegrade sowie die häusliche und stationäre Pflege umfassen
  • gleiche Vergütung der Pflegeleistungen von Angehörigen sowie vom Pflegedienst
  • von Vorteil ist rückwirkender Versicherungsschutz mit geringer Wartezeit
  • geltende Versicherung auch bei Reisen innerhalt der EU
  • manche Versicherer bieten zusätzliche Einmalzahlung bei erstmaliger Feststellung einer Pflegebedürftigkeit an (z.B. 1x 50-facher Tagessatz für notwendige Umbaumaßnahmen im Haus)

Pflegetagegeld – Auszahlung

  • beachten, dass der Anbieter unabhängig von der Pflegeart zahlt (kostengünstige Anbieter beschränken ihre Tagegeld gern nur auf die  stationäre Pflege)
  • keine Auszahlungen bei Todesfall oder Kündigung der Versicherung

Beitragsbefreiungen

  • je nach Anbieter müssen im Pflegefall abhängig vom Pflegegrad weiter Beiträge gezahlt werden oder aber es wird bereits ab Pflegegrad 1 auf Beitragszahlungen verzichtet

Dynamik

  • Möglichkeit der regelmäßigen Erhöhung der vereinbarten Leistungen bei Kostensteigerungen ohne erneute Gesundheitsprüfungen

Kündigung

  • Verzicht des Versicherers auf das ordentliche Kündigungsrecht

Gesundheitsfragen

  • bei falschen Angaben zu Vorerkrankungen geht der Versicherungsschutz verloren
  • daher auf geschlossene Ja/ Nein- Gesundheitsfragen und Ablehnungskriterien im Antragsformular achten, welche nicht zur Falschbeantwortung der Fragen führen können

Fazit zur Pflegetagegeldversicherung

Wie Du siehst, gewährleistet die Pflegetagegeld- Versicherung eine verlässliche Absicherung und deckt die Versorgungslücke der gesetzlichen Pflegeversicherung ausreichend ab. Für weitere Fragen rund um das Thema Pflege und Versicherung, kontaktiere uns einfach telefonisch oder direkt per Mail! Wir beraten Dich gern persönlich und 100 % kostenfrei.

Mike Hofmann ist deutschlandweit unabhängiger Versicherungsmakler. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht die Versicherungsbranche zu revolutionieren - Weg von der angstbehafteten Beratung, hin zu einer Beratung, die seinen Kunden wirklich einen Mehrwert bietet.

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Datum: 8. Mai 2018

Krankheiten, besonders langwierige, sind Lehrjahre der Lebenskunst und der Gemütsbildung.

(Georg Philipp Friedrich Leopold Freiherr von Hardenberg)

Krank ist jeder hin und wieder – das ist klar. Doch was tun, wenn Rückenschmerzen durch langes kontinuierliches Sitzen am Arbeitsplatz, psychische Krankheiten durch zu viel Stress oder gar Unfälle einem das Arbeiten für eine längere Zeit unmöglich machen? Auch wenn es zunächst unwahrscheinlicher erscheint, als man denkt – Arbeitsunfähigkeit über einen längeren Zeitraum führt zu einer bedeutenden finanziellen Lücke. Wie es genau zu dieser Lücke kommt, wie Du diese schließen kannst und was die Krankentagegeldversicherung damit zu tun hat, erfährst Du in diesem Artikel.

Wie entsteht eine finanzielle Lücke?

Wenn der gesetzlich versicherte Arbeitnehmer krank bzw. arbeitsunfähig wird, hat er Anspruch darauf, dass sein volles Gehalt für 6 Wochen vom Arbeitgeber normal weiter gezahlt wird.

Diese 6 Wochen entsprechen genau 42 fortlaufenden Kalendertagen ohne Rücksicht auf die Arbeitstage des erkrankten Arbeitnehmers oder Sonn- und Feiertage. Die Berechnung erfolgt nach den §§ 187 f. BGB. Sie beginnt bei Niederlegung der Arbeit während des Arbeitstages erst am folgenden Tag zu laufen.

Aber was passiert, wenn der Arbeitnehmer länger als 6 Wochen ausfällt? Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten nun das geringere Krankengeld von ihrer Krankenkasse, welches rund 10 -20 % unter dem jeweiligen Nettogehalt liegt. Es entsteht somit eine finanzielle Lücke, denn Ausgaben für Lebenserhaltungskosten (wie Miete, Telefon, Lebensmittel etc.) bleiben bestehen und weitere medizinische Kosten kommen ggf. noch dazu.

Um diese finanziellen Einbußen ab der 7. Krankheitswoche abzufedern, kommt an dieser Stelle die Krankentagegeldversicherung ins Spiel. Diese freiwillige Zusatzversicherung stockt die entstehenden Fehlbeträge mittels des Krankentagegelds für die kommende Zeit auf und ermöglicht eine gesicherte Existenz und eine sorglose Genesung.

Das Krankentagegeld wird steuer- und abgabenfrei, also ohne Abzug von Steuern oder Sozialversicherungsbeiträgen, ausgezahlt bis Sie wieder gesund sind oder eine dauerhafte Berufsunfähigkeit diagnostiziert wird.

Eine Krankenhaustagegeldversicherung ist überflüssig, da der Verdienst­ausfall bei Kranken­haus­auf­enthalten schon durch das Krankengeld der Kasse abge­deckt wird.

Hinweis: Nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit (AU) muss der Arbeitnehmer innerhalb 1 Woche die vom Arzt ausgestellte AU-Bescheinigung bei seiner Krankenkasse vorlegen. Sonst erlischt der Anspruch auf Krankengeld.

Weitere AU-Bescheinigungen müssen im Verlauf der Krankheit fließend aneinander anschließen.

Sollte eine Krankschreibung bis zu einem Freitag vorliegen, so darf der Kranke nicht erst am Montag nach dem Wochenende für eine neue Krankschreibung zum Arzt gehen. Es dürfen weder Feiertage noch Wochenenden dazwischen liegen. Sollte dies der Fall sein, erlischt der Krankengeldanspruch sofort.

Wie berechnet sich meine Einkommenslücke und wie schließe ich diese?

Um zu wissen, ob sich eine Krankentagegeldversicherung für Dich lohnt, zeigen wir Dir jetzt, wie sich Deine Lücke berechnet.

Benötigt wird Dein Nettogehalt. Sagen wir, es beträgt beispielsweise 1.600 €. Nun zahlt die Krankenkasse im Falle des Krankengeldanspruchs 70 % des Bruttogehalts oder maximal 90 % des Nettogehalts. Somit würde Dein Krankengeld ca. 1.440 € betragen.

Die darauf zu zahlenden Sozialversicherungs­beiträge in Höhe von 12,125 % schmälern Dein Krankengeld auf 1.265 €. Wenn Du nun das Krankengeld von 1.265 € von Deinem Ursprungsgehalt 1.600 € abziehst, erhältst Du eine finanzielle Lücke von 335 €, welche am Monatsende besteht. Diese Lücke wird durch das Krankentagegeld gefüllt. Es darf jedoch zusammen mit Deinem Krankengeld und anderen Lohnersatzleistungen nicht das vorherige Nettoeinkommen übersteigen.

Für Versicherte, welche mehr als 4.237,50 Euro verdienen, beträgt das Krankentagegeld maximal 2.966 Euro im Monat (2017).

Rechenbeispiel KrankengeldKrankentagegeldversicherung Berechnungsbeispiel

Wie lange zahlt die gesetzliche Krankenversicherung? Was passiert danach? Erwerbsminderungsrente oder Harz IV?

Gesetzlich Versicherte erhalten von ihrer Krankenkasse für maximal 72 Wochen, also 18 Monate, ihr Krankengeld. Danach wird diese Zahlung von der Krankenkasse eingestellt, ungeachtet davon, ob sie wieder gesund sind oder nicht. Abhängig vom jeweiligen Gesundheitszustand gibt es nun drei Möglichkeiten, wie es weiter gehen kann.

  1. Wieder­einstieg in den Job
  2. Arbeits­losig­keit
  3. Erwerbs­minderungs­rente

Hinweis: Wenn der Arbeitnehmer innerhalb der drei Jahre mehr­mals aufgrund derselben Krankheit arbeits­unfähig ist, erhält er dafür insgesamt 72 Wochen Krankengeld. Diese Frist verlängert sich nicht, wenn eine neue Krankheit inner­halb der ersten Arbeits­unfähigkeit hinzukommt. Erst wenn eine weitere Erkrankung frühestens am Tage nach dem Ende der ersten Krankheit auftritt, kommt es zu einem neuen Krankengeld­anspruch.

Sollte die Krankheit länger als 72 Wochen andauern und damit die Zahlung des Krankengelds eingestellt werden, so hat der Versicherte einen Anspruch auf Arbeits­losengeld I (ALG I), wenn die Erwerbs­minderungs­rente nicht oder noch nicht genehmigt worden ist. Versicherte unter 50 Jahren erhalten dann das ALG I für ein Jahr, Ältere über 50 stufen­weise länger. Ab einem Alter von 58 Jahren wird das ALG I für zwei Jahre gezahlt. Danach folgt das geringere Arbeits­losengeld II (ALG II bzw. Hartz IV) zur Grundsicherung des Lebensunterhalts.

Momentan beziehen 1,8 Mio. Menschen in Deutsch­land eine Erwerbs­minderungs­rente. Diese beläuft sich auf ca. 731 Euro (Stand 2016). Eine Erwerbs­minderungs­rente erhalten Mitglieder der gesetzlichen Renten­versicherung dann, wenn sie mindestens fünf Jahre Mitglied in der Renten­versicherung gewesen sind.

Sollte der Antragsteller aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sein, mehr als drei Stunden am Tag arbeiten zu können, so wird eine volle Erwerbsminderungsrente gezahlt. Ist es dem Kranken möglich, noch zwischen drei und sechs Stunden am Tag eine Tätigkeit auszuüben, so erhält er eine Teilerwerbsminderungsrente.

Für wen ist das Krankentagegeld sinnvoll?

Die Krankentagegeldversicherung ist eine freiwillige Zusatzversicherung für Angestellte, Freiberufler und Selbständige.

Besonders für Selbständige und Freiberufler kann ein längerer Krankheitsfall die Existenz gefährden. Es gibt keine übliche Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber für die nächsten sechs Wochen. Zudem wählen viele freiwillig versicherte Selbständige und Freiberufler die Möglichkeit des verringerten Beitragssatzes zur gesetzlichen Krankenversicherung. Sie erhalten somit auch kein Krankengeld ab dem 43. Krankheitstag.

Eine Krankentagegeldversicherung ist für Selbständige und Freiberufler also im Falle einer langandauernden Krankheit existenzsichernd.

Sinnvoll ist das Krankentagegeld auch für Privatversicherte. Denn nur wer sich in der gesetzlichen Krankenkasse befindet, erhält auch von dieser sein Krankengeld. Privatpatienten, welche nicht gesetzlich versichert sind, haben somit keinen Anspruch auf Krankengeld und sind daher auf ein ausreichendes Krankentagegeld, im Falle eines längeren Verdienstausfalls, angewiesen.

Kein Krankentagegeld benötigen Beamte und Beamtenanwärter während des Referendariats, weil ihr Dienstherr die Bezüge bei einer Krankheit weiterzahlt.

Darauf solltest Du bei Deinem Vertrag achten!

In allererster Linie gilt natürlich, dass Du Dich ausführlich mit den Leistungen Deiner Versicherung oder den anderen Angeboten beschäftigst, damit Du den Anbieter nicht ständig wechseln musst. Dies macht nämlich 1. zu viel Arbeit und es wird 2. mit steigendem Alter komplizierter, einen günstigen neuen Vertrag zu bekommen.

Sollte es zu einer Arbeitslosigkeit kommen, enden automatisch die meisten Verträge. Verschiedene Versicherer kündigen den Vertrag aber erst, wenn keine Anstrengungen bei der Jobsuche mehr zu erkennen sind oder Hartz IV die Folge ist. Solltest Du einmal arbeitslos werden, besteht die Möglichkeit, den Vertrag beitragsfrei ruhend zu stellen bis ein neuer Job gefunden wurde.

Ein sehr wichtiger Punkt, auf den Du in Deinem Vertrag achten solltest, ist der Kündigungsverzicht des Versicherers. Normalerweise darf der Krankentagegeld- Versicherer den Vertrag innerhalb der ersten drei Jahre grundlos aufheben. Es gibt jedoch auch Anbieter, welche auf dieses „ordentliche Kündigungsrecht“ verzichten und Dich damit auch nach mehr als drei Jahre andauernder Krankheit nicht hängen lassen.

Fazit zur Krankentagegeldversicherung

Wie Du siehst, gewährleistet die Krankentagegeld- Versicherung bei gesundheitlichen Notfällen eine verlässliche Absicherung und deckt bestehende sowie anfallende Kosten ausreichend ab. Diese sinnvolle Ergänzung ist bereits für weniger als 3 € Monatsbeitrag erhältlich. Für weitere Fragen rund um das Thema Gesundheit, kontaktiere uns einfach telefonisch oder direkt per Mail! Wir beraten Dich gern persönlich und kostenfrei.

Mike Hofmann ist deutschlandweit unabhängiger Versicherungsmakler. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht die Versicherungsbranche zu revolutionieren - Weg von der angstbehafteten Beratung, hin zu einer Beratung, die seinen Kunden wirklich einen Mehrwert bietet.

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Datum: 25. April 2018

Das Thema Rente ist längst zum Dauerbrenner geworden, es hat sich vieles zum Schlechten verändert, seit Norbert Blüm seinen berühmtes Statement abgab: „Die Rente ist sicher!“ – davon sind wir mittlerweile meilenweit entfernt. Allerdings scheinen sich noch immer viele Rentenversicherte nicht darüber bewusst zu sein, wie drastisch die finanziellen Einschnitte im Alter ausfallen werden. Dazu tragen nicht zuletzt die Informationsschreiben der Rentenversicherung bei, die einerseits eine mögliche Rente hochrechnen, andererseits wichtige Aspekte nur am Rande erwähnen. Grund genug, um sich auf der Grundlage belastbarer Fakten einen Überblick zu verschaffen.

1. Geschichte und Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung

Die heutige gesetzliche Rentenversicherung ist wesentlicher Bestandteil des deutschen Sozialversicherungssystems für abhängig Beschäftigte. Die Finanzierung der Rentenversicherung erfolgt größtenteils im Umlageverfahren: Heute aktiv Erwerbstätige gewährleisten gemeinsam mit dem vom Arbeitgeber zu leistenden Beitragsteil die Finanzierung der derzeitigen Leistungen, die Altersrentner, Erwerbsgeminderte oder Hinterbliebene von der Rentenversicherung erhalten. Im Gegenzug erwerben sich die heutigen Beitragszahler ihrerseits Ansprüche an die Rentenversicherung, die dann wiederum von den künftigen Beitragszahlern realisiert werden müssen.

Der Bund beteiligt sich mit Steuermitteln, die einerseits die Erfüllung der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe der GRV sicherstellen sollen, aber andererseits auch die Finanzierung versicherungsfremder Leistungen abdecken. Dazu zählen beispielsweise die Anrechnung der Kindererziehungszeiten seit 1992, vorgezogene Rentenleistungen in Form von Altersteilzeitlösungen oder Mindestrenten. Nicht zu unterschätzen sind die zusätzlichen Mittel, die alleine zum Ausgleich der demografischen Entwicklung, aber auch zur Finanzierung von Berufsförderungs- und Reha-Maßnahmen oder zur Verwaltung der versicherungsfremden Leistungen vom Bund bereitgestellt werden.

Die Rentenversicherung befasst sich heute also mit deutlich mehr als der finanziellen Absicherung ihrer Versicherten bei Invalidität oder ab dem Renteneintritt, gehören die versicherungsfremden Leistungen doch originär in den Bereich Sozialpolitik und nicht zum ursprünglichen Zweck der Absicherung für das Alter, für den Fall der Invalidität oder der Hinterbliebenen.

1.1. Historie & Kerngedanke der Rentenversicherung

Zu diesem Zweck betrieben schon im Mittelhalter die Gilden und Zünfte Selbsthilfeeinrichtungen, die ihren Mitgliedern oder deren Hinterbliebenen Sicherheit für die Ernstfälle des Lebens gewähren sollten. So gelten Bergbau und Handwerk als Vorläufer der Sozialversicherung, wie sie heute bekannt ist. Die erste landesgesetzlich geregelte öffentlich-rechtliche Versicherung für Arbeiter wurde im April 1854 mit dem Gesetz über die Vereinigung der Berg-, Hütten- und Salinen-Arbeiter in Knappschaften organisiert: Die Mitglieder mussten Beiträge für eine von der Kasse festgelegte Mindestleistung bezahlen. Kaiser Wilhelm I. leitete auf Anraten seines Reichskanzlers Otto von Bismarck im Jahr 1881 die Entwicklung einer Arbeiterversicherung ein, die bei Krankheit, Unfall, Invalidität und im Alter Leistungen erbringen sollte. Diese Initiative kam nicht von ungefähr: Die zunehmende Industrialisierung hatte die neue Klasse der Arbeiter hervorgebracht, die angesichts der fehlenden sozialen Absicherung und der daraus resultierenden Not den sozialdemokratischen Einfluss verstärkte. Resultat:

1883 – Verabschiedung des Krankenversicherungsgesetzes
1884 – Verabschiedung des Unfallversicherungsgesetzes
1889 – Verabschiedung des Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetzes

Die erste gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland sah neben einer Invalidenrente für den Fall der Erwerbsunfähigkeit auch eine Altersrente ab 70 vor – Parallelen zu aktuellen Diskussionen drängen sich auf, Du solltest jedoch die damals drastisch kürzere Lebenserwartung berücksichtigen. Als Voraussetzung galt eine Beitragszahlungsdauer von wenigstens 30 Jahren bei 60 Stunden Arbeitszeit pro Woche. Der Beitragssatz belief sich auf 1,7 Prozent des Bruttoverdienstes, die nur zu einem Drittel vom Arbeitnehmer bestritten werden mussten. Der Arbeitgeber beteiligte sich mit einem weiteren Drittel, das restliche bestand aus staatlichen Zuschüssen. Die Beiträge wurden auf Anraten Bismarcks nicht privatwirtschaftlich angelegt, um das Kapital nicht den Marktrisiken auszusetzen. Schon damals galten die einkommensabhängigen Regeln zur Versicherungspflicht, die Einkommensgrenze lag bei 2.000 Mark jährlich und umfasste somit die Arbeiter und kleinen Angestellten.

Angesichts der Tatsache, dass die gesetzliche Rentenversicherung bis heute Bestand hat und insbesondere im letzten Jahrhundert wahre Katastrophen überstehen konnte, wird die historische Bedeutung dieser richtungweisenden Entscheidungen deutlich. Es ist jedoch eine Frage der Ausgestaltung, die über den Erfolg des Versicherungssystems entscheidet – und genau da scheiden sich die Geister.

1.2. Rentenniveauentwicklung & Zukunftsaussichten

War die gesetzliche Rentenversicherung zunächst als System zum Ansparen einer Altersversorgung auf einem persönlichen Versicherungskonto konzipiert, musste dieser Ansatz schon mit dem ersten Weltkrieg über Bord geworfen werden: Die Reserven der Rentenversicherung schrumpften angesichts der Hyperinflation von 2,12 Milliarden Mark im Jahr 1914 angesichts um fast 85 Prozent – und das innerhalb von zehn Jahren. Leistungen mussten in der Folge zunehmend aus laufenden Beiträgen finanziert und kräftig vom Staat bezuschusst werden, die Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1933 machte zusätzlich drastische Leistungseinschnitte notwendig. Die staatliche Unterstützung stieg nach dem zweiten Weltkrieg auf bis zu 50 Prozent an – eine Reform des Systems war unumgänglich. Im Jahr 1957 wurde deswegen auf das heute noch gültige Umlageverfahren umgestellt: Der Beitragssatz von damals 14 Prozent wurde hälftig von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen und direkt zur Finanzierung der nun deutlich höheren Rentenleistungen eingesetzt.

Konnte das Standardrentenniveau nach dieser Reform von 1957 zunächst kräftig steigen, da ja keine übermäßigen Rücklagen mehr zu bilden waren, sinkt es seit den 70ern kontinuierlich. Vor allem verwirren die unterschiedlichen Begrifflichkeiten: Wurde einst das Brutto-Rentenniveau ausgewiesen, erforderte die Einführung der nachgelagerten Besteuerung die Abstellung auf das Netto-Rentenniveau. Auch dies musste nochmals überarbeitet werden, sodass seit 2005 vom Standard-Rentenniveau vor Steuern gesprochen wird – und zwar als Verhältnis der Standardrente nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge, aber vor Abzug der Steuern und dem Durchschnittseinkommen des jeweiligen Jahres nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge – ebenfalls vor Steuern. Diese können nicht mehr einheitlich berücksichtigt werden, da Versicherte ihre Rente in Abhängigkeit vom Rentenjahrgang zu einem unterschiedlichen Anteil versteuern müssen.

Damit wird die Entwicklung des Rentenniveaus natürlich unübersichtlich: Lag das Brutto-Rentenniveau im Jahr 2002 bei 48,3 Prozent, entsprach das einem Netto-Rentenniveau vor Steuern von 52,9 Prozent. Für das Jahr 2009 wurden in den alten Bundesländer für das Brutto-Rentenniveau 46,4 Prozent und für das Netto-Rentenniveau vor Steuern 50,2 Prozent gemeldet. Allerdings kommen nun die verschiedenen Reformen zum Tragen, die das Leistungsniveau in den nächsten Jahren immer weiter sinken lassen: Bis zum Jahr 2020 soll das Netto-Rentenniveau vor Steuern bei 46 Prozent liegen, im Jahr 2030 nur noch bei 43 Prozent. Gleichzeitig wird die Regelaltersgrenze sukzessive von einst 65 auf 67 Jahre im Jahr 2029 angehoben – weitere Schritte in dieser Richtung sind längst im Gespräch. Selbst die Absichtserklärung der Koalitionspartner, das Rentenniveau bis zum Jahr 2025 auf 48 Prozent festschreiben zu wollen, ist angesichts der vagen Beschreibung und wackeligen Finanzierung mit Vorsicht zu genießen.

1.3. Bevölkerungsentwicklung & Herausforderung

Ein Funktionieren des Umlageverfahrens setzt nämlich voraus, dass die nachfolgenden Generationen versicherungspflichtig berufstätig sind und ausreichend Beiträge in die Rentenkasse einzahlen. Allerdings zeigt sich immer wieder, dass es eine ganze Reihe verschiedener Variablen gibt, die die Stabilität dieses Systems beeinträchtigen: Sinkt beispielsweise die Erwerbsquote bei hoher Arbeitslosigkeit, steigen die Arbeitseinkommen zu langsam oder werden die Versicherten immer älter und beziehen somit im Vergleich länger Rentenleistungen, wächst auch der Finanzierungsdruck. Ein weiterer Faktor ist der Versichertenkreis, denn bis heute sind weder Selbstständige noch Beamte dazu verpflichtet, Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Nicht zu vergessen sind die Belastungen durch die Wiedervereinigung, die sich gleich doppelt bemerkbar machten: Einerseits wurden die DDR-Anwartschaften in die allgemeine Rentenversicherung übertragen, andererseits stieg die Erwerbslosenzahl nach der Wende drastisch an.

Als besondere Herausforderung erweist sich die demografische Entwicklung: Der Geburtenrückgang vor und nach der Wiedervereinigung ließ die Anzahl der Erwerbstätigen sinken – und das bei steigender Lebenserwartung. Damit verschiebt sich das Verhältnis zwischen den Beitragszahlern einerseits und Leistungsempfängern der Rentenversicherung andererseits. Bereits 1992 folgten deswegen erste Einschnitte, indem die Rentenentwicklung von der Bruttolohnentwicklung ab- und an die Nettolohnentwicklung angekoppelt wurde. 1997 sollte die Einführung des demografischen Faktors weiterhelfen. Allerdings wurde dieser von der 1998 neu gewählten Regierung abgeschafft und anschließend als Nachhaltigkeitsfaktor wieder aktiviert. Unter dem Strich heißt das: Der Rentenanstieg wurde begrenzt, was unter Berücksichtigung der Teuerungsraten zu stagnierenden oder sogar sinkenden Renten führte – und weiter führen wird.

1.4. Wer zahlt überhaupt in die Rentenversicherung ein?

Vom Grundsatz her sind alle abhängig Beschäftigten Pflichtmitglieder der deutschen Rentenversicherung. Darüber hinaus können weitere Personengruppen versicherungspflichtig sein, wie beispielsweise Auszubildende, Elternteile während der Kindererziehungszeit, nicht erwerbstätige Pflegepersonen, behinderte Menschen, Bezieher von Kranken- oder Arbeitslosengeld, Studenten mit Nebenjob – allerdings mit vielen Ausnahmen, sowie einige Selbständige. Dazu zählen beispielsweise Handwerker, Hausgewerbetreibende, Künstler, Publizisten, Selbständige mit einem einzigen Auftraggeber, aber auch Seelotsen, Küstenfischer- und -schiffer sowie Lehrer, Erzieher, Hebammen und im Pflegebereich Tätige.

Besonders kompliziert wird die Situation seit der Einführung der Flexi-Rente: Seit dem 1.1.2017 kannst Du nämlich eine volle Altersrente beziehen, auch wenn Du die Regelaltersrente noch nicht erreicht hast, und einer Beschäftigung nachgehen – die dann jedoch rentenversicherungspflichtig ist. Außer Du übst einen Minijob aus, dann kannst Du Dich von der Rentenversicherung befreien lassen. Achtung: Für alle Altersrentner, die vor dem 31.12.2016 bereits einer rentenversicherungsfreien Beschäftigung nachgingen, bleibt diese Regelung jedoch erhalten, wollen sie nicht bewusst auf diese Befreiung verzichten.

Im Gegensatz zu den genannten Berufsgruppen sind einige generell von der Rentenversicherungspflicht ausgeschlossen, wie beispielsweise Beamte und Richter, Berufs- und Zeitsoldaten, Mitglieder geistlicher Genossenschaften, Ärzte und Rechtsanwälte, kurzfristig Beschäftigte und geringfügig selbständig Tätige sowie Bezieher von Altersrente oder Versorgungsleistungen nach dem Erreichen der jeweiligen Altersgrenze. Bei Selbständigen und Freiberuflern entscheidet sich die Frage nach der Pflichtversicherung in Abhängigkeit vom konkreten Betätigungsfeld: Werden einige, wie beispielsweise Rechtsanwälte, Ärzte oder auch Handwerker, Mitglied in berufsständischen Versorgungswerken, bleiben andere davon vollkommen unberührt und müssen ihre Altersversorgung eigenständig organisieren.

An einer Berufsgruppe scheiden sich regelmäßig die Geister: Beamte bezahlen nämlich keinerlei Beiträge zur Rentenversicherung, da ihre Pensionen aus den laufenden Steuereinnahmen finanziert werden. Mit durchschnittlich 68 Prozent des Bruttogehalts, das Beamte in den letzten beiden Jahre vor Pensionierung bezogen haben, bewegen sich diese Bezüge auf einem komfortablen Niveau. Andere Länder, wie zum Beispiel Österreich, regeln diese Frage ganz anders, hier müssen alle in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Das Ergebnis: Die durchschnittliche Altersrente liegt um mehrere hundert Euro monatlich höher als in Deutschland, das ohnehin im Vergleich der OECD sehr schlecht abschneidet. Mit 50,5 Prozent vom Nettoeinkommen belegen die in Deutschland zu erwartenden Renten den fünften Rang unter den EU-Ländern – von hinten. Spitzenreiter ist Kroatien mit mehr als 129 Prozent, dann folgen die Niederlande mit mehr als 100 Prozent und Portugal mit knapp 95 Prozent des Nettoeinkommens. Italien und Österreich bleiben ebenfalls klar über 90 Prozent, selbst der OECD-Durchschnitt liegt bei über 70 Prozent (http://www.isnichwahr.de/i244681-rentenniveau-eu-vergleich-quelle-muenchner-merkur-vom-061217.html) – davon sind wir weit entfernt, wie Du ganz pragmatisch Deiner jährlichen Renteninformation entnehmen kannst.

Wie Du Deine Renteninformation richtig interpretierst und was in diesem jährlichen Schreiben wirklich steht, erfährst du in Teil 2 dieses Artikels: Die Rentenlüge Teil 2. Was Dir Deine jährliche Renteninformation sagen soll.

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